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Experten: Infektionsrisiko durch Zeckenbisse auch in Niedersachsen

Hirnhautentzündung Experten: Infektionsrisiko durch Zeckenbisse auch in Niedersachsen

Auch in Niedersachsens Wäldern besteht die Gefahr, sich mit der sogenannten Zecken-Hirnhautentzündung (FSME) zu infizieren. In Hannover haben Biologen und Mediziner über das Gefährdungspotenzial der Krabbeltiere diskutiert: Zwar bestehe kein Grund zur Panik, allerdings sollten Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden.

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Zwischen März und Oktober ist Zeckenzeit. Auch in Niedersachsens besteht die Gefahr, sich mit der Zecken-Hirnhautentzündung zu infizieren.

Quelle: dpa (Archiv)

„Ein Infektionsrisiko können wir nicht mit Sicherheit ausschließen“, sagte der Virologe Masyar Monazahian vom Niedersächsischen Landesgesundheitsamt am Dienstag in Hannover. Bisher seien aber nur einzelne Fälle bekannt, Niedersachsen gelte nicht als Risikogebiet. Die Behörde überprüft landesweit das Vorkommen von FSME-Viren. Im Landkreis Cuxhaven haben sich 2004 und 2007 zwei Menschen mit FSME infiziert, tatsächlich wurde das Virus dort bei Zecken nachgewiesen.

„In Zukunft müssen wir uns darauf einstellen, auch in Niedersachsen FSME zu bekommen“, sagte der Mediziner. Um das Infektionsrisiko abschätzen zu können, begleitet das Landesgesundheitsamt außerdem knapp 1000 Forstmitarbeiter in einer Studie. Zwei Männer davon hätten sich wahrscheinlich im Land mit FSME infiziert, berichtete Monazahian. Auch die Zecken in diesen Regionen sollen nun näher begutachtet werden.

Die Mehrheit der FSME-Erkrankungen verlaufe glücklicherweise harmlos, berichtete der Facharzt für Innere Medizin, Ulf Werner, aus seiner Praxis in Hannover. Allerdings litten 10 bis 15 Prozent der Schwererkrankten unter Spätfolgen. Spätestens drei Wochen vor Reisen in Risikogebiete wie Süddeutschland, Österreich, aber auch Osteuropa sei eine Impfung unbedingt empfehlenswert. In Risikogebieten kommt etwa eine Erkrankung auf 500 Zeckenstiche.

Die häufigste durch Zecken verursachte Krankheit in Deutschland ist die Lyme-Borreliose, die erst seit Ende der 80er Jahre bekannt ist. In Niedersachsen tragen etwa 20 bis 30 Prozent der Zecken diese Bakterien in sich. Mit Antibiotika seien die Borrelien sehr zuverlässig zu bekämpfen, erklärte Volker Fingerle, Borreliose-Experte im Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Da es gegen Borreliose keine Impfung gibt, ist die Vermeidung von Stichen der beste Schutz. Experten raten die Haut abends abzusuchen. Da die Bakterien erst nach einigen Stunden übertragen werden, sollte man Zecken möglichst schnell entfernen, betonte Fingerle.

Der Berliner Biologe Hans Dautel, der die Internet-Seite www.zeckenwetter.de betreibt, gab Tipps zur Vermeidung von Stichen. So seien die Tiere weit widerstandsfähiger als bisher angenommen. „Werden Zecken auf der Kleidung oder auf Rucksäcken mit nach Hause gebracht, können sie bis zu 14 Tage in der Wohnung überleben“, sagte er. In einer weiteren Untersuchung hätten die meisten Zecken sogar einen Vollwaschgang bei 40 Grad Celsius inklusive Schleudergang überstanden. „Der entscheidende Faktor ist die Temperatur“, erklärte Dautel. Einen Waschgang bei 60 Grad überlebe keine Zecke, ebensowenig das Trocknen in einem Wäschetrockner bei noch höheren Temperaturen.

Das Deutsche Grüne Kreuz mit Sitz in Marburg hatte zu dem Expertengespräch im Landesgesundheitsamt eingeladen.

dpa

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