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Wirksamer als Morphium und macht nicht abhängig

Neues Schmerzmittel Wirksamer als Morphium und macht nicht abhängig

Der Traum ist so alt wie die Menschheit: ein Mittel gegen Schmerzen zu finden, das nur nützt und nicht schadet. Eine Gruppe Wissenschaftler ist der Erfüllung dieses Traums ein gutes Stück nähergekommen.

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Gibt es das perfekte Schmerzmittel ohne Risiken und Nebenwirkungen? Ein neu entdecktes Molekül wirkt wie Morphium, macht aber nicht süchtig.

Quelle: Oliver Killig/dpa

San Francisco. Die Wissenschaftler haben ein neues Molekül entwickelt, das anstelle von Morphium zur Schmerzbekämpfung eingesetzt werden kann – und nicht dieselben Nebenwirkungen hat wie das seit Jahrtausenden verwendete Opiat.

Bislang ist der Stoff nur an Mäusen getestet, dies aber mit sehr hoffnungsvollen Ergebnissen. Bei ihnen löste das Molekül PZM21 weder Atemnot aus, noch machte es süchtig oder führte zu Verstopfungen. Mit all diesen Nebenwirkungen haben Patienten zu kämpfen, deren Schmerzen mit Morphium gelindert werden.

Drei Millionen Stoffe untersucht

Wie das Magazin „Nature“ berichtet, hat das Forscherteam um Brian Kobilka von der Stanford-Universität in Kalifornien den Spieß einfach umgedreht. Statt wie andere Wissenschaftler zu versuchen, die Morphium-Nebenwirkungen zu beseitigen, konzentrierten sie sich auf den Rezeptor im Gehirn, durch den Schmerzen unterdrückt werden können.

Wenn es gelänge, so die Überlegung, eine Substanz zu finden, die nur diesen Rezeptor ansteuert und nirgendwo sonst andockt, sollte auch nichts außer der Schmerzunterdrückung ausgelöst werden.

Drei Millionen Stoffe wurden per Computersimulation untersucht, am Ende blieb ein einziger übrig, der geeignet erschien. Dieses Molekül mit der Bezeichnung PZM21 testeten die Forscher dann an Mäusen, die bei der Einnahme von Morphinen ebenso schnell süchtig werden wie Menschen.

Patienten müssen sich noch gedulden

Die Nager zeigten im Versuch keine Präferenz zwischen einem Fach, in dem sie PZM21 verabreicht bekamen, und einem Fach mit neutraler Salzlösung – sie wurden also nicht abhängig. Diejenigen Tiere, die das Molekül verabreicht bekamen, litten unter keinerlei Nebenwirkungen.

Fazit der Wissenschaftler: PZM21 bietet eine „lang anhaltende Schmerzfreiheit verbunden mit dem offensichtlichen Ausschalten von Atemdepression“.

Bis schmerzgeplagte Patienten etwas von dieser Entdeckung haben, wird allerdings noch viel Zeit vergehen. PZM21 muss jetzt zunächst auf seine Verträglichkeit für Menschen und auf seine tatsächliche Wirksamkeit getestet werden, bevor es auf den Markt kommen kann.

Von Stefanie Gollasch

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