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Forscher aus Hannover sind dem Urknall auf der Spur

Neues Messinstrument Forscher aus Hannover sind dem Urknall auf der Spur

Eines Tages wird der Urknall wohl doch noch zu hören sein. Bei der Verfeinerung der Messmethoden sind die Gravitationswellen-Forscher jetzt einen großen Schritt vorangekommen. Am Dienstag stellte die europäische Weltraumagentur Esa in Madrid die Ergebnisse der Satelliten-Mission Lisa Pathfinder vor.

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Gerhard Heinzel, Experte für Weltrauminterferometrie, hat seine Skizze des Messsystems aufbewahrt.

Quelle: Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik

Hannover. In der Nordstadt lauschten rund 80 Wissenschaftler und Journalisten der Liveübertragung – und den Erläuterungen der beteiligten Forscher am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik / Institut für Gravitationsphysik der Leibniz-Uni.

Forscher aus Hannover bei der Esa

Mit Lisa Pathfinder testen die Forscher die Technologie für eine Messstation im All, mit der sie sogenannte niederfrequente Gravitationswellen einfangen wollen, die sich auf der Erde nicht messen lassen. Wie die Wellen im Teich, die ein Stein beim Aufprall auslöst, künden Gravitationswellen von großen Ereignissen im All. Die niederfrequenten Wellen könnten Auskunft über die sehr massive Kollision von Galaxien geben, bis hin zur Entstehung des Alls.

"Was wir gebaut haben, ist der ruhigste Ort im Universum. Wenn ein Virus auf einem unserer Testwürfel landet, würden wir das sehr laut hören", erläutert Karsten Danzmann, Direktor am Max-Planck-Institut.

Messgerät 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt

Der kleine Satellit befindet sich seit Ende Januar rund 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt Richtung Sonne. "An einem Punkt, an dem die Dinge nicht wissen, wohin sie fallen sollen", beschreibt es Danzmann. Dort schweben zwei 46 Millimeter große Würfel im freien Fall innerhalb des Messaufbaus. Ein Lasersystem vermisst den gleichbleibenden Abstand. Eine minimale Abweichung der Laserstrahlen würde später im geplanten Weltraumobservatorium eLisa von Gravitationswellen künden.

Gerhard Heinzel, Experte für Weltrauminterferometrie, hatte das Messsystem schon 2001 auf ein Millimeterpapier gekritzelt – und strahlte gestern. "Über 20 Doktorarbeiten und 40 andere Abschlussarbeiten sind in die Instrumente geflossen." Und das System misst viel präziser, als die Forscher zu hoffen wagten: "Hundertmal besser als auf der Erde", sagte Martin Hewitson, Entwickler der Datenanalyse.

Staatssekretärin Andrea Hoops gratulierte im Namen der niedersächsischen Wissenschaftsministerin und versprach weiter stabile Förderung. An der 620 Millionen Euro teuren Esa-Mission Lisa Pathfinder sind 14 europäische Länder sowie die USA beteiligt. Die Forscher hoffen nun, dass die Esa das Weltraumobservatorium eLisa im Jahr 2028 statt 2034 startet. "Als Weltraumohr, das hört, wie Galaxien kollidieren", sagt Danzmann.

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