Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Wissen Forscher entdecken „Godzilla unter den Erden“
Nachrichten Wissen Forscher entdecken „Godzilla unter den Erden“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:51 03.06.2014
17 Mal so viel Masse, 30.000 Kilometer Durchmesser: In Kepler-10c haben Forscher einen neuen Planetentyp entdeckt. Quelle: dpa
Anzeige

Astronomen haben nach eigenen Angaben eine „Mega-Erde“ bei einem anderen Stern entdeckt. Der ferne Planet habe 17 Mal so viel Masse wie die Erde, sei aber dennoch ein Gesteins- und kein Gasplanet, berichteten die Entdecker um Xavier Dumusque vom Harvard-Smithsonian Zentrum für Astrophysik CfA am Montag anlässlich der Jahrestagung der Amerikanischen Astronomischen Gesellschaft AAS in Boston. Die Entdeckung sei ein neuer Planetentyp.

„Wir waren sehr überrascht, als uns klar wurde, was wir gefunden hatten“, berichtete Dumusque in einer CfA-Mitteilung. „Dies ist der Godzilla unter den Erden“, ergänzte sein Institutskollege Dimitar Sasselov. Bislang sind Astronomen davon ausgegangen, dass sich derart massereiche Planeten in eine dichte Atmosphäre aus Wasserstoff und Helium hüllen wie etwa die Gasriesen Uranus und Neptun in unserem System, die eine ähnlich große Masse besitzen wie die Neuentdeckung.

In Anlehnung an die Bezeichnung Super-Erde, die Astronomen für Planeten mit bis zur 14-fachen Erdmasse verwenden, tauften die Forscher ihre Entdeckung eine Mega-Erde. Das heißt allerdings nur, dass es sich um einen Gesteinsplaneten handelt wie bei der Erde, aber nicht, dass dort Leben möglich sein könnte. Hinweise auf Leben haben die Experten auf der Mega-Erde auch nicht gefunden.

Der sogenannte Exoplanet umkreist zusammen mit einer „Lava-Welt“ - einem kleineren, sehr heißen Planeten - einen sonnenähnlichen Stern im Sternbild Draco (der Drache) und war mit dem mittlerweile defekten US-Weltraumteleskop „Kepler“ entdeckt worden. Er bekam die Katalognummer Kepler-10c.

Das Weltraumteleskop beobachtete, wie der Planet in einer Art Mini-Sternenfinsternis vor seinem Heimatstern vorbeizog und dessen Licht dabei ganz leicht abschwächte. Aus der Stärke dieser Abschwächung lässt sich die Größe des Planeten berechnen. Kepler-10c hat demnach einen Durchmesser von knapp 30 000 Kilometern, rund 2,3 Mal so viel wie die Erde. Damit hielten die Astronomen ihn zunächst für einen Mini-Neptun.

Mit dem Präzisionsspektrographen Harps-North am italienischen Galileo-Teleskop auf den Kanaren bestimmten die Forscher schließlich die Masse des fernen Planeten und kamen auf erstaunliche 17 Erdmassen. Damit ist die Dichte von Kepler-10c viel zu groß für einen Gasplaneten. Es muss sich also um einen Gesteinsplaneten handeln.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ganz schön clever: Seevögel machen sogar über lange Distanzen Fischerboote als Nahrungsquelle aus. Basstölpel können sogar unterscheiden, mit welcher Art von Schiff sie es zu tun haben.

02.06.2014
Wissen Vor sieben Jahren eingeschleppt - Bakterium lässt Kastanien absterben

Kinder lieben Kastanien zum Basteln, Extrakte vom Samen werden in der Medizin eingesetzt - doch die Rosskastanie selbst ist bedroht. Ein Bakterium seit den Bäumen zu. Immer mehr Kastanien in Deutschland sterben ab.

02.06.2014

Neuartige 3-D-Drucker, wasseransaugende Sprinkler und sechsbeinige Laufroboter: Innovative Projekte aus den Bereichen Technik und Umwelt gehörten zu den Abräumern des diesjährigen „Jugend forscht“-Finales.

01.06.2014
Anzeige