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Wissen Forscher entdeckt Spinne – Sie ist eine Meisterin im Versteckspiel
Nachrichten Wissen Forscher entdeckt Spinne – Sie ist eine Meisterin im Versteckspiel
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15:48 05.03.2019
Die Riesenkrabbenspinnen-Art lebt in Bambusrohren. Quelle: Senckenberg
Frankfurt am Main

Der Spinnenforscher Peter Jäger vom Frankfurter Senckenberg-Institut hat eine neue Spinnenart entdeckt, die im Inneren von großen Bambusgewächsen lebt und deshalb bislang unbekannt war. Wie das Institut am Dienstag mitteilte, sind bislang zwei Fundorte der Riesenkrabbenspinne bekannt: im Norden Thailands und in der Nähe von Kuala Lumpur in Malaysia. Eine Studie über diese und drei weitere von Jäger erstmals beschriebene Arten aus der Familie der Riesenkrabbenspinnen erschien am Dienstag im Fachjournal „Zootaxa“.

„Die Fundpunkte liegen etwa 1.800 Kilometer auseinander“, erklärte der Spinnenforscher. Es sei daher anzunehmen, dass die Spinnenart noch weitere Gebiete mit Bambus bewohne, aber dort bisher einfach übersehen worden sei. „Die ungewöhnliche Lebensweise der Spinne – im Inneren von Bambushalmen – hat wohl bisher verhindert, dass wir die Art entdecken konnten“, sagte Jäger. „In der Regel sägen wir Spinnenforscher keine Bambusstängel auf.“

Andere Tiere helfen der Spinne

Die eigentliche Überraschung liegt nach Angaben des Forschers aber in der Spezialisierung der handtellergroßen Spinne auf die hohlen Bambushalme. Um in ihr Versteck zu gelangen, seien die Spinnen auf die Unterstützung ihrer tierischen Nachbarn angewiesen: Der Bambus-Specht helfe durch seine Bohrtätigkeit ebenso wie aus dem Bambusinneren schlüpfende Käfer. Diese ernähren sich als Larven vom schwer verdaulichen Pflanzenmaterial, verpuppen sich und beißen sich als erwachsene Käfer den Weg in die Freiheit. „Ein Glück für die Spinnen, die anschließend das schützende Innere besiedeln können, welches sie nur nachts zur Jagd verlassen“, erklärte Jäger.

Die neue Spinnenart ist nun unter dem Namen „Rhitymna gerdmangel“ bekannt. Jäger ehrt damit den Senckenberg-Bauleiter Gerd Mangel, unter dessen Leitung ehemalige Gebäude der Goethe-Universität zu Forschungsgebäuden der Senckenberg-Gesellschaft umgebaut worden war.

Lesen Sie hier:
Der Tod hat acht Beine – Vogelspinne tötet Beutelratte

Von RND/epd

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