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19:03 22.08.2016
Vorsorgetipps für den Ernstfall: Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe gibt Empfehlungen für das Überleben im Katastrophenfall. Wir zeigen eine Auswahl. Quelle: dpa
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Berlin

Die Bundesregierung passt den Notfallplan für den Zivilschutz der veränderten Bedrohungslage an. In der aktualisierte Fassung will sie der Bevölkerung Empfehlungen für den Fall eines Terrorangriffs, einer Cyberattacke und eines sogenannten hybride Angriffs geben. Bei hybriden Bedrohungen kann es um eine Mischung aus offenen und verdeckten sowie militärischen und zivilen Mitteln gehen.

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Im Notfall soll sich die Bevölkerung selbst versorgen. So sieht es das Zivilschutzkonzept der Bundesregierung vor. Tipps für den Ernstfall sind aber nicht neu. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe gibt schon lange Empfehlungen für das Überleben im Katastrophenfall. Wir zeigen eine Auswahl.

Die Opposition spricht von Panikmache, in der Bevölkerung schütteln viele Menschen mit dem Kopf, und die große Koalition verteidigt ihre Pläne. Aber was steht genau im Zivilschutzkonzept des Bundesinnenministerium? Und auf welche Ernstfälle soll sich die Bevölkerung vorbereiten? Wir beantworten die wichtigsten Fragen dazu.

Um welche Arten von Krisenfällen geht es?
Es geht unter anderem um Situationen, in denen die öffentliche Versorgung lahmgelegt ist. In denen etwa auf einmal kein Trinkwasser mehr da ist, es keine Elektrizität gibt, Menschen nicht mehr an Lebensmittel kommen, ihre Häuser nicht verlassen dürfen oder Krankenhäuser in kürzester Zeit viele Verletzte aufnehmen müssen. Hintergrund können gezielte Angriffe auf Deutschland sein - militärische Attacken, Terroranschläge oder Cyberangriffe auf kritische Infrastrukturen wie Energie- oder Kommunikationsnetze. Eine solche Lage kann aber auch nach Naturkatastrophen vorkommen.

Von welchen Bedrohungen geht die Bundesregierung aus?
Die zuständigen Ministerien richtigen ihre Planungen unter anderem auf mögliche Angriffe mit chemischen, biologischen, radiologischen und nuklearen Stoffen, den Einsatz von Massenvernichtungswaffen, Cyberangriffe, den Einsatz von konventionellen Waffen sowie die Störung von kritischen Infrastrukturen wie Wasser- oder Elektrizitätswerke aus. Bei sogenannten hybriden Bedrohungen seien Besonderheiten wie eine Vielfalt offener und verdeckter Angriffe, unübersichtliche Schadensszenarien sowie "kurze oder gänzlich entfallende Vorwarnzeiten" zur berücksichtigen.

Ist der Aufruf, dass Bürger Lebensmittelvorräte anlegen sollen, neu?
Nein. Die Behörden empfehlen seit langem, dass private Haushalte für den Krisenfall Vorräte für bis zu zwei Wochen anlegen sollten. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe zum Beispiel hat Checklisten veröffentlicht, wie viele Vorräte – zum Beispiel Getränke (28 Liter), Getreideprodukte (4,9 Kilogramm) oder Gemüse (5,6 Kilogramm) – pro Person für 14 Tage nötig sind. Das Bundesernährungsministerium gibt seit langem online Tipps für private Notfallvorräte, bietet sogar einen "Vorratskalkulator" an. Auch der Staat hortet in rauen Mengen Grundnahrungsmittel für den Ernstfall: Reis, Hülsenfrüchte, Getreide und Kondensmilch.

Was ist der Anlass für das neue Konzept?
Das aktuell gültige Konzept zur Zivilverteidigung stammt aus dem Jahr 1995. Seitdem haben sich die Bedrohungsszenarien fundamental verändert. In den vergangenen 20 Jahren seien zudem bundeseigene Strukturen und Einrichtungen der Zivilen Verteidigung oft abgebaut oder durch die Nutzung der Katastrophenschutzressourcen der Länder ersetzt worden, heißt es in dem aktuellen Papier. So biete heute die "wachsende Verwundbarkeit der modernen Infrastruktur und die Ressourcenabhängigkeit moderner Gesellschaften (...) vielfältige Angriffspunkte".

Was sieht die Bundesregierung in ihrem Konzept vor?
Das Konzept enthält eine Fülle von Prüfaufträgen, mit denen sichergestellt werden soll, dass die Bevölkerung bei einem Angriff ausreichend geschützt und ihre Versorgung sichergestellt werden kann. Zudem geht es darum, die Staats- und Regierungsfunktionen aufrechtzuerhalten sowie die Streitkräfte bei der Herstellung und Aufrechterhaltung ihrer Verteidigungsfähigkeit und Operationsfähigkeit zu unterstützen. Unter anderem muss sich das Technische Hilfswerk (THW) auf Veränderungen einstellen. So soll laut Konzept eine "Anpassung des Fähigkeitsprofils erfolgen, um die vorhandenen Bereiche Rettung und Bergung, Notinstandsetzung und Notversorgung (...) neu zu gewichten."

dpa/RND/kul/wer

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