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Frauen in Deutschland bekommen mehr Babys

Statistische Bundesamt Frauen in Deutschland bekommen mehr Babys

Der Trend sinkender Geburtenzahlen scheint langfristig gestoppt: Im vergangenen Jahr ist die Geburtenrate in Deutschland auf den höchsten Stand seit 33 Jahren gestiegen. Sie lag – rechnerisch – bei 1,50  Kindern je Frau.

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In Deutschland kamen 2015 so viele Babys zur Welt wie seit 30 Jahren nicht mehr.
 

Quelle: dpa

Wiesbaden. In Niedersachsen gehen die Zahlen zwar gegen den Trend leicht zurück, aber sind noch über dem Bundesschnitt. Experten sehen ein gewandeltes gesellschaftliches Klima und staatliche Investitionen in Kinderbetreuung als Ursachen für den Aufwärtstrend.

„Die seit 2012 beobachtete positive Entwicklung setzte sich damit fort“, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Der Anstieg ist allerdings sehr unterschiedlich verteilt. Bei deutschen Frauen liegt die durchschnittliche Kinderzahl bei 1,43 Kindern pro Frau. Frauen mit ausländischer Staatsbürgerschaft haben eine Geburtenrate von 1,95. In Ostdeutschland war die Rate mit 1,56 Kindern pro Frau höher als im Westen mit 1,50 Kindern. In 13 Bundesländern stieg die Geburtenrate an, in Niedersachsen sank sie dagegen sehr leicht von 1,53 auf 1,52 Kinder je Frau. Im Jahr davor hatte das Land allerdings den größten Sprung nach oben gemacht: Die Geburtenrate stieg 2014 in Niedersachsen von 1,46 auf 1,53 Kinder je Frau.

Dahinter sehen Experten eine Trendwende: „Die in den 1970er-Jahren geborenen Frauen werden aller Wahrscheinlichkeit nach mehr Kinder bekommen als die in den 1960er-Jahren geborenen“, meint Sebastian Klüsener vom Max-Planck-Institut für demografische Forschung. Das liege unter anderem in der veränderten Familienpolitik begründet. „Wir hatten in der Vergangenheit die Situation, dass Kinder als Problem wahrgenommen wurden, und Frauen sich vor die Wahl gestellt sahen: Entweder Karriere oder Kinder.“

Auch Martin Bujard vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) sieht einen Grund für die Trendwende in der Familienpolitik der Bundesregierung, vor allem in der besseren externen Betreuung von Kleinkindern. Wirkung zeigten zudem die besseren Arbeitsmarktchancen von Frauen.

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) hat die gestiegene Geburtenrate in Deutschland Montag als Ansporn bezeichnet, noch mehr für Familien in Deutschland zu tun. „Mütter und Väter brauchen unsere Unterstützung und erwarten zu Recht von der Politik, dass die Rahmenbedingungen für Familien verbessert werden.“

Trotz des positiven Trends liegt aber die Zahl der Todesfälle in Niedersachsen mit knapp 9000 nach wie vor deutlich über den Geburtenzahlen (knapp 7000). Doch mit dem Geburtenplus verbindet sich bei den Forschern eine Hoffnung: „Es wäre wichtig, dass sich die Geburtenzahlen stabilisieren. Das würde helfen, dass die Schrumpfungsprozesse nicht so drastisch ablaufen“, sagt Klüsener. Dafür wäre eine Geburtenzahl von 1,8 Kindern pro Frau „schon sehr hilfreich“.

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