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Studie

GEW streitet großen Bildungsfortschritt ab


Deutschland macht Fortschritte, sagt die Studie „Bildungsmonitor 2011" – fast alles beim Alten, sagt die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Deutschland hinke hinterher.
Foto: Laut der Studie „Bildungsmonitor 2011" gibt es eine deutschlandweite Bildungsverbesserung.

Laut der Studie „Bildungsmonitor 2011" gibt es eine deutschlandweite Bildungsverbesserung.

© dpa

Köln. Mehr Abiturienten und Akademiker, bessere Betreuung in den Schulen und Kitas: Alle 16 Bundesländer haben nach dem am Dienstag vorgelegten „Bildungsmonitor 2011" die Chancen für Kinder erneut verbessert.

Der „Bildungsmonitor" ist so etwas wie ein Zeugnis für die Bildungspolitik der Bundesländer. Die Studie „benotet" Stärken und Schwächen mit einem eigenen Punktesystem. Das jährliche Ranking vom Erst- bis Letztplatzierten entfacht Wettbewerbsstimmung. 2011 gibt es keine Überraschung. „Sachsen hat das beste Bildungssystem", stellten die Autoren der Studie am Dienstag fest. Thüringen und Baden-Württemberg belegen die Folgeplätze. Alle Länder haben sich verbessert, auch das Schlusslicht Berlin. Die Botschaft ist eindeutig: Mit dem deutschen Bildungssystem geht es aufwärts. Das könnte beruhigend wirken.

Die GEW findet die Studie nicht aussagekräftig

Die die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hält die Studie für wenig aussagekräftig. Die beiden ostdeutschen Länder hätten eine vergleichsweise günstige Schüler-Lehrer Relation, erläuterte die GEW. „Es mag die eine oder andere zahlenmäßige Verbesserung gegeben haben", sagte GEW-Chef Ulrich Thöne. Aber das Grundproblem bleibe.

„Das ist eines der Grundübel der letzten 25 Jahre Bildungspolitik, dass die Personalausstattung dramatisch zurückgefahren wurde", sagte Thöne. Im internationalen Vergleich hinke Deutschland sehr hinterher. Während im internationalen Vergleich 86 Prozent pädagogisch qualifizierte Kräfte pro 1000 Schüler eingesetzt würden, liege Deutschland mit 63 weit zurück.

Die Studie sei nur eine Beruhigungspille. Deutschland müsse sich an den Zielen des Bildungsgipfels von 2008 messen lassen. Alle Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin Angela Merkel hätten sich auf eine Zielgröße bei den Bildungsausgaben von sieben Prozent bis 2015 geeinigt. Bei wohlwollender Betrachtung liege Deutschland bestenfalls bei 5,3 Prozent.

Das Deutsche Institut für Wirtschaft erstellt den „Bildungsmonitor" im Auftrag der arbeitgeberfinanzierten Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM). Die Autoren sehen Bildung als Voraussetzung für Wachstum, weil der demografische Wandel einen Fachkräftemangel nach sich ziehen dürfte. Deshalb setzen sie Deutschland ein ehrgeiziges Ziel: die Zahl der Abiturienten unter den heute 5- bis 14-Jährigen zu verdoppeln. Ohne individuelle Betreuung gehe das nicht, stellen die Autoren der Studie fest. Das gelte vor allen Dingen für die nächsten Jahre, wenn immer mehr Kinder mit Migrationshintergrund zu erwarten seien.

Noch immer hängen vom Bildungsniveau der Eltern die Chancen der Kinder ab. Wer nicht aus einem gutsituierten Elternhaus kommt, hat es schwer. Unterschiede merkten Lehrer in den ersten Klassen, stellen die Autoren der Studie fest und fordern: Kinder müssen schon in den Kitas und Grundschulen intensiver betreut werden, damit sie in Schule und Ausbildung gleiche Startchancen haben.

Die Siegerländer Thüringen und Sachsen seien vorbildlich. Beide Länder wiesen nach den 2009 erhobenen Daten die höchsten Ganztagsquoten in den Kitas und Grundschulen auf. In beiden Ländern besuchten mehr als 70 Prozent der Grundschüler eine Ganztagsschule.

dpa

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