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Niedersachsen: Höchste Geburtenrate im Westen

Frauen bekommen mehr Kinder Niedersachsen: Höchste Geburtenrate im Westen

Die Frauen in Niedersachsen bekommen wieder mehr Kinder – und auch mehr Kinder als andere Frauen in Westdeutschland. Die Statistiker vermuten, dass viele Paare ihren aufgeschobenen Kinderwunsch nun verwirklichen.

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In Deutschland stieg die Geburtenrate auf ein Rekordhoch.

Quelle: dpa

Wiesbaden. In Niedersachsen werden wieder mehr Kinder geboren. Was das Statistische Bundesamt am Mittwoch für Deutschland insgesamt vermeldete, gilt ganz besonders hierzulande: Die Zahl der Geburten ist in Niedersachsen so stark gestiegen wie in keinem anderen westlichen Bundesland. Der aktuellen Statistik zufolge hat hier jede Frau bis zum Ende des gebärfähigen Alters durchschnittlich 1,53 Kinder bekommen, in der Berechnung des Vorjahres waren es noch 1,46. „Damit hat Niedersachsen den höchsten Wert unter den alten Bundesländern“, sagt Bundesamtssprecherin Olga Pötzsch in Wiesbaden.

Mehr Geburten je Frau gab es nur in Sachsen (1,57), Brandenburg und Thüringen (je 1,55). Als nächstes der alten Bundesländer folgt Nordrhein-Westfalen auf Platz 7 mit 1,48 Kindern je Frau. Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) sprach von einer erfreulichen Entwicklung. „Maßnahmen auf Bundes- und Länderebene, wie das Kindergeld und der Kita-Ausbau, und eine allgemeine Zufriedenheit mit dem Leben in Niedersachsen und den Zukunftsperspektiven hier schaffen ein familienfreundliches Klima,“ sagte sie der HAZ.

Auch bundesweit setzt sich der Trend fort. Im Schnitt betrug die Geburtenziffer im vergangenen Jahr 1,47 Kinder je Frau, nach 1,42 im Vorjahr. Sie lag damit so hoch wie seit 1990 nicht mehr. Großen Anteil daran haben Frauen mit ausländischem Pass: Während bei deutschen Frauen die Rate auf 1,42 (zuletzt 1,37) kletterte, stieg sie bei ausländischen Frauen auf 1,86 – nach 1,80 im Vorjahr. Schlusslicht ist im Übrigen das Saarland mit 1,35 Kindern je Frau.

Die Statistiker bieten vor allem zwei Erklärungen für den Anstieg an: Zum einen handele es sich um die Verwirklichung aufgeschobener Kinderwünsche. Frauen, die etwa der Karriere zuliebe zunächst auf Kinder verzichtet haben, holten dies nach – das Durchschnittsalter bei der Geburt des ersten Kindes hat sich um weitere zwei Monate auf 29,5 Jahre verschoben. Beim zweiten Kind waren die Mütter rund 32 Jahre alt, einen Monat älter als 2013. „Wichtiger ist die Entwicklung bei den jüngeren Frauen“, sagt Pötzsch. Erstmals seit 1997 sei die Geburtenhäufigkeit in der Gruppe der unter 25-Jährigen nicht mehr zurückgegangen. Bisher übersteigt die Sterberate aber weiterhin die der Geburten. Die starke Zuwanderung aus dem Ausland gleicht das Geburtendefizit in Niedersachsen jedoch aus.

Eine mögliche Ursache für die wachsende Kinderzahl könnte neben dem Ausbau der öffentlichen Kinderbetreuung das Elterngeld sein. „Verschiedene Studien kommen beim Elterngeld zu unterschiedlichen Ergebnissen“, sagt Dagmar Weiß vom Statistischen Landesamt in Hannover. Das gestiegene Durchschnittsalter der Mütter hänge auch damit zusammen, dass diese selbst zu geburtenstarken Jahrgängen gehören.

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