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Wissen Grundbesitzer dürfen Jagd künftig aus ethischen Gründen ablehnen
Nachrichten Wissen Grundbesitzer dürfen Jagd künftig aus ethischen Gründen ablehnen
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00:15 24.12.2012
Von Klaus von der Brelie
Die Teilnehmer einer Jagd blasen in ihre Jagdhörner. Dank eines Gesetzesentwurfes der Bundesregierung werden Jäger bald öfter an Grenzen stoßen. Quelle: dpa
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Berlin

Wer einen großen Grundbesitz hat, der hat auch ganz eigene Sorgen und Probleme. Was etwa ist, wenn sich Jäger auf dem eigenen Land und Grund tummeln, die man dort nicht dulden will? Bislang musste man die Jagd auf  seinen Feldern, Wiesen oder im Privatwald hinnehmen. Jetzt hat die Bundesregierung einen Gesetzentwurf auf den Weg gebracht, der es erlaubt, die Jagd auf seinen bis zu 75 Hektar großen Grundstücken zu untersagen. Auf Antrag eines Eigentümers kann ein „befriedeter Bezirk“ in der freien Landschaft ausgewiesen werden. Hier ist dann jeder Schuss auf ein Stück Wild verboten, es herrscht Ruhe im Revier.

Schilder reichen nicht

Allerdings reicht das Aufstellen von Schildern mit der Aufschrift „Jagd verboten“ nicht aus. Die Jagdgegner müssen ihre „ethischen Bedenken“ glaubhaft darstellen – am besten mit einer eidesstattlichen Versicherung, die sie an die zuständige Jagdbehörde schicken. Damit leiten sie dann ein Verfahren ein, das sich zu einem Musterbeispiel für deutsche Gründlichkeit entwickeln könnte.

Alle Eigentümer und Nutzer der benachbarten Grundstücke und Jagdreviere, die betroffenen Jagdpächter, der Jagdbeirat des zuständigen Landkreises wie auch die Träger der sogenannten öffentlichen Belange müssen zu einer Anhörung eingeladen werden, damit sie eine Stellungnahme abgeben können, bevor eine Landesbehörde (vermutlich das Agrarministerium) über den Antrag entscheidet. So soll gewährleistet werden, dass die Folgen eines Jagdverbots fair und umfassend abgewogen werden. Was etwa ist, wenn sich in den geschützten Gebieten besonders viel Wild ansiedelt?  Die Schäden könnten immens sein.

Kein Anspruch auf Wildschadensersatz

Die Bundesregierung hat das wohl bedacht und in ihrem Gesetzentwurf ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Eigentümer befriedeter Bezirke keinen Anspruch auf Wildschadensersatz haben. Dies wiederum stimmt die Jagdfunktionäre optimistisch. „Viele Anträge auf Jagdverbotszonen wird es nicht geben“, glaubt der Geschäftsführer der Landesjägerschaft Niedersachsen, Dirk Schulte-Frohlinde. Im Übrigen sei es begrüßenswert, dass die Regierungskoalition eine bundeseinheitliche Regelung eingeleitet habe.

Ganz freiwillig ist die Regierung den Wünschen der Jagdgegner nicht nachgekommen. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hatte einer Klage eines süddeutschen Vegetariers stattgegeben und das deutsche Jagdrecht wegen der Zwangsmitgliedschaft in Jagdgenossenschaften für illegal erklärt.

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