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Kostbarer Metall-Fund

Gut erhaltene römische Pionieraxt bei Hedemünden ausgegraben


Sieben Jahre nach der sensationellen Entdeckung eines römischen Militärlagers bei Hedemünden haben Archäologen einen besonders kostbaren Metall-Fund gemacht. Aus der Erde unter der ehemaligen Wallanlage haben die Wissenschaftler eine ungewöhnlich große und gut erhaltene Pionieraxt geborgen.
Die Pionieraxt aus dem römischen Militärlager bei Hedemünden.

Die Pionieraxt aus dem römischen Militärlager bei Hedemünden.

© dpa

Vermutlich handele es sich um ein sogenanntes Bauopfer, sagte der Göttinger Kreisarchäologe Klaus Grote am Mittwoch. In den vergangenen Jahren seien bereits ähnliche Funde gemacht worden. Die Werkzeuge aus Eisen wurden offenbar von den Erbauern der Befestigungsanlage aus rituellen Gründen in der Erde vergraben.

Der Landkreis Göttingen will für das Römerlager ein Museums-Konzept erarbeiten lassen. In die Planungen sei der niedersächsische Landesdenkmalpfleger Prof. Reinhard Roseneck einbezogen, der bereits für mehrere spektakuläre Museums-Konzeptionen verantwortlich sei, sagte Landrat Reinard Schermann (CDU). Er träume von einer Nachbildung des Römerlagers an historischer Stätte.

Seit Beginn der Grabungen auf dem Gelände „des römischen Militärstützpunktes mitten in Germanien“ im Wald hoch über dem Werratal seien schon mehr als 3000 Metallstücke geborgen worden, sagte Ärchäologe Grote. Darunter befinden sich zahlreiche Münzen, Legionärsdolche, Pfeil- und Lanzenspitzen, Katapultgeschoss-Bolzen sowie andere Waffen und Waffenteile. Hinzu kommen Meißel, Messer und weitere Werkzeuge, Zeltheringe und Teile von Pferdegeschirren.

Ein herausragendes Einzelstück ist eine Gefangenenfessel, in die Kopf und Hände gezwängt wurden. Vor allem entdeckten die Archäologen jedoch eiserne Nägel, mit denen die Sohlen an den Sandalen der Legionäre befestigt wurden.

Das Lager hatte mit größter Wahrscheinlichkeit vor rund 2000 Jahren der römische Feldherr Drusus errichten lassen. Es diente als Ausgangspunkt für Feldzüge gegen die Germanen Richtung Elbe. Zu der rund 25 Hektar großen Anlage gehörten ein Haupt- und mehrere Nebenlager. Außerdem entdeckten die Archäologen die Reste einer römischen Furt durch die Werra, zwei vom Hauptlager mehrere Kilometer entfernte Außenposten und ein acht Kilometer langes Teilstück des antiken Marschwegenetzes.

dpa

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