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20:58 23.07.2014
Wehe, wenn Frauchen einen anderen streichelt: Hunde kennen Eifersucht. Quelle: dpa
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La Jolla

Streichelt Herrchen einen anderen Vierbeiner, gerät Waldi in Wallung: Auch Hunde reagieren eifersüchtig, so das Ergebnis einer im Fachjournal „PLOS ONE“ präsentierten Studie. Hundehalter dürfte dies kaum überraschen, die beiden Forscherinnen sehen aber wichtige neue Hinweise: Eifersucht sei möglicherweise ein grundsätzlicheres Verhalten als bisher angenommen, schreiben sie.

Christine Harris und Caroline Prouvost von der Universität San Diego im kalifornischen La Jolla hatten 36 Hunde in ihrem gewohntem Umfeld gefilmt. Ihre Bezugsperson wurde gebeten, den eigenen Vierbeiner zu ignorieren und sich stattdessen intensiv einem ausgestopften Hund zu widmen, der auf Knopfdruck bellte, jaulte und mit dem Schwanz wedelte. Die 31 Frauchen und fünf Herrchen säuselten der Attrappe nette Dinge zu und tätschelten sie. In weiteren Versuchen sprachen sie liebevoll mit einem Halloween-Kürbiskopf oder lasen laut aus einem Pop-Up-Kinderbuch vor, das Melodien spielte.

Mit einem vermeintlichen Artgenossen als Konkurrenz stupsten oder schubsten 78 Prozent der Hunde ihren Besitzer, beim Kürbiskopf waren es 42, beim Buch 22 Prozent. Knapp ein Drittel der gefilmten Vierbeiner versuchte, sich zwischen den Besitzer und den ausgestopften Artgenossen zu drängen. Ein Viertel schnappte zudem nach ihm - bei Kürbiskopf und Buch tat dies nur einer. Offenbar hätten die Hunde das ausgestopfte Tier als vollwertigen Artgenossen angesehen, schreiben die Forscherinnen. Ein Großteil von ihnen habe der Attrappe - wie unter Hunden zum Kennenlernen üblich - am Hinterteil herumgeschnüffelt.

„Unsere Studie zeigt, dass Hunde anscheinend nicht nur Eifersucht zeigen, sondern sogar versuchen, die Verbindung zwischen ihrem menschlichen Partner und einem möglichen Rivalen aufzubrechen“, wird Harris in einer Mitteilung zur Studie zitiert. Möglicherweise sei das Gefühl tiefer verwurzelt als bisher angenommen. „Viele Menschen glauben, dass Eifersucht eine menschliches, soziales Konstrukt ist. Unsere Ergebnisse zeigen dagegen, dass auch Tiere darunter leiden, wenn ein Rivale die Aufmerksamkeit eines geliebten Partners gefangen nimmt.“

dpa

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