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18:03 02.12.2015
Seit längerem steht Nutella bei umweltbewussten Essern in Verruf. Der Aufstrich hat einen hohen Palmölanteil. Quelle: Marcus Brandt/dpa
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Berlin

Immer mehr Lebensmittel enthalten Palmöl. Das ist das Ergebnis einer Analyse des Ratgeberportals Codecheck, die am Mittwoch in Berlin veröffentlicht wurde. Bei Kosmetika sank der Anteil der palmölhaltigen Produkte demnach jedoch leicht. Umweltschützer kritisieren, dass für Ölpalmen-Plantagen Regenwald zerstört werde, der nicht nur für Tiere und Pflanzen, sondern auch für die Regulierung des Weltklimas wichtig ist.

Deutlicher Anstieg

Ende des Jahres 2012 waren nach Angaben von Codecheck 6,5 Prozent der untersuchten Lebensmittelprodukte als palmölhaltig deklariert. Ende 2015 seien es bereits 13 Prozent gewesen. Seit vergangenem Dezember müssen in der EU alle Produkte mit Palmöl einen entsprechenden Hinweis haben. Vorher wurde das Öl meist nur als "Pflanzenfett" deklariert. Das sei eine Komponente für die steigende Zahl an deklarierten Palmölprodukten, sagte Studien-Autorin Antje Babbe. "Das erklärt aber nicht den gesamten Anstieg." Vermehrt werde es auch als Bio-Treibstoff verwendet.

Palmöl wird auch zum Kochen und Braten verwendet. Inzwischen steckt das Öl dem Bericht zufolge auch in jeder dritten Schoko-, Nuss- und Milchcreme oder Wurstware und in jedem vierten Asia-Fertiggericht. 2012 hatten die Codecheck-Experten 28.488 Lebensmitteprodukte untersucht, 2015 waren es 86.512.

In jeder zweiten Augencréme

Palmöl befindet sich laut Codecheck auch in zahlreichen der 96.000 analysierten Kosmetikprodukte – unter anderem waren 49,8 Prozent der Augenpflegemittel als palmölhaltig deklariert, bei Gesichtscremes waren es 44 Prozent und bei Make-ups 42 Prozent. Insgesamt sei die Anzahl der Kosmetikprodukte mit Palmöl-Deklaration seit 2012 jedoch um ein Prozent gesunken.

Beim Import von Palmöl achten deutsche Unternehmen nach einer Studie der Umweltschutzorganisation WWF inzwischen zumindest häufiger auf Umweltstandards. Immerhin 62 Unternehmen nutzten inzwischen ausschließlich zertifiziertes Palmöl. Beim vorausgegangenen Test vor zwei Jahren waren es lediglich 29 Firmen.

"Nicht grundsätzlich schlecht"

Die Welthungerhilfe betonte jüngst: "Palmöl ist nicht grundsätzlich schlecht. Wenn die Palmen auf Brachland oder auf Flächen angebaut werden, die vorher schon landwirtschaftlich genutzt wurden, und wenn Kleinbauern mit fairen Lieferverträgen an der Produktion beteiligt werden, dann haben alle etwas davon."

Nach WWF-Angaben hat die Ölpalme mit durchschnittlich 3,69 Tonnen Öl pro Hektar (t/ha) den höchsten Ertrag unter den Ölpflanzen. Der Ertrag von Raps betrage 1,33 t/ha, von Sonnenblumen 0,86t/ha und von Kokospalmen 0,77 t/ha.

Von Antonia Lange und Simone Humml

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