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Jetzt können Sie wieder Sternschnuppen sehen

Meteorschwarm der Perseiden Jetzt können Sie wieder Sternschnuppen sehen

Es ist wieder die Zeit der Wünsche: Jedes Jahr im August leuchten besonders viele Sternschnuppen am Himmel – dieses Mal sollen es sogar noch mehr sein als sonst. Was Sie dazu wissen müssen, finden Sie in unserem Überblick.

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Meteorschwarm der Perseiden: Der August ist die Zeit der Sternschnuppen – und in diesem Jahr werden besonders viele erwartet (Archivbild).

Quelle: Jan Eifert/dpa

Frankfurt/Stuttgart/Hannover. In den nächsten Nächten gibt es wieder besonders oft die Möglichkeit, sich etwas zu wünschen: Denn der alljährlich wiederkehrende Meteorschwarm der Perseiden ist im Anmarsch. Ein ganzer Schauer von Sternschnuppen kommt in den nächsten Nächten auf die Erde nieder – und laut Aberglauben gehen dabei Wünsche in Erfüllung. 

"Das Maximum des Stroms erwarten wir in der Nacht von Donnerstag auf Freitag", sagt Manfred Gaida, Astronom und wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Bei tiefdunklem Himmel fernab der lichtdurchfluteten Städte dürften dann stündlich bis zu 150 Meteore zu sehen sein, vielleicht auch mehr.

Die Wetteraussichten sind trübe

Nach 23.00 am Donnerstag wird die beste Zeit sein, um die Sternschnuppen zu beobachten – vorausgesetzt, der Himmel ist nicht bedeckt. "Die beste Beobachtungszeit dürfte am frühen Freitagmorgen zwischen 01.00 und 05.00 Uhr liegen", sagt Gaida voraus. Da der Mond um 00.45 Uhr untergeht, wird der helle Erdtrabant die Meteore dann nicht mehr überstrahlen können.

Allerdings macht das Wetter den Himmelsguckern vermutlich einen Strich durch die Rechnung. "Es sieht leider nicht so gut aus", sagte der Meteorologe Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach. Deutschland werde überwiegend unter einer Wolkendecke liegen. Aber selbst bei etwas schlechteren Beobachtungsbedingungen dürfen Himmelsgucker noch auf mehrere Dutzend Sternschnuppen pro Stunde hoffen.

Wo sind wann die besten Chancen, die Sternschnuppen zu sehen?
Um das Spektakel zu sehen, muss das Wetter mitspielen – das ist die Prognose des Deutschen Wetterdienstes:

  • In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag lassen sich die Sternschnuppen wahrscheinlich vor allem nördlich der Mittelgebirge bewundern. An Niedersachsens Nordseeküste erwartet der Deutsche Wetterdienst Wolken und Schauer, im Binnenland werde es dagegen "meist trocken und klar".
  • In der Nacht von Donnerstag zu Freitag können die Menschen vor allem im Süden Deutschlands auf Lücken in der Wolkendecke und damit eine freie Sicht auf die Sternschnuppen hoffen. Für Niedersachsen prognostiziert der Deutsche Wetterdienst dagegen einen bedeckten Himmel.
  • Von Freitag auf Samstag können die Menschen im Westen und Südwesten Deutschlands hoffen, am nordöstlichen Sternenhimmel Nachzügler der Perseiden-Schauer zu sehen.

Warum werden die Sternschnuppen Perseiden genannt?
Seinen Namen hat der sommerliche Meteorschwarm vom Sternbild Perseus. Dort liegt der scheinbare Ausgangspunkt der Perseidenmeteore, den die Astronomen Radiant nennen. In Wahrheit kommen die Sternschnuppen freilich nicht aus der fernen Fixsternwelt, sondern aus der unmittelbaren Umgebung der Erde: Auf seiner Bahn um die Sonne kreuzt unser Planet alljährlich zwischen Mitte Juli und Ende August eine Wolke winziger Teilchen, die der Komet Swift-Tuttle auf seiner Bahn um unser Zentralgestirn zurückließ.

Trifft die Erde auf die kosmische Staubspur dieses alle 133 Jahre wiederkehrenden Kometen, dringen die oft nur stecknadelkopfgroßen Partikel mit 60 Kilometern pro Sekunde in die Erdatmosphäre ein – also mit der unfassbaren Geschwindigkeit von 216.000 Stundenkilometern. In einer Höhe von 80 bis 100 Kilometern erzeugen die kleinen Staubteilchen dann die Lichterscheinung, die Sternschnuppe genannt werden.

Im Volksmund heißen die Augustmeteore übrigens "Laurentiustränen". Der Name erinnert an den Heiligen Laurentius, der am 10. August 258 unter der Herrschaft des römischen Kaisers Valerian den Märtyrertod starb. Seither, so erzählt die Legende, soll es an diesem Tag stets feurige Tränen vom Himmel geregnet haben.

Warum sind es dieses Mal mehr Sternschnuppen?
Dass in diesem Jahr besonders viele Perseidenmeteore erwartet werden, liegt am Riesenplaneten Jupiter: Alle zwölf Jahre verschiebt der größte Planet des Sonnensystems durch seine Schwerkraft den Staubstrom auf der Kometenbahn in Richtung Erdbahn. Zuletzt bescherte Jupiter auf diese Weise den Himmelsguckern im Jahr 2004 besonders viele Perseiden.

Dem mit der Erde durchs All sausenden Beobachter bietet sich bei einem Meteorschwarm übrigens ein Bild wie einem Autofahrer bei dichtem Schneetreiben: Beim Blick durch die Windschutzscheibe sieht es so aus, als kämen alle Schneeflocken von einem gemeinsamen Ausgangspunkt. In Wahrheit spielt nur die Perspektive einen Streich – genauso wie bei den scheinbar herabrasenden Perseiden, deren Leuchtspuren am Himmel sich alle ins Sternbild Perseus zurückverlängern lassen.

Welche Ausrüstung brauchen Sternschnuppen-Gucker?
Eine besondere Ausrüstung brauchen Himmelsgucker für die Beobachtung der Perseiden nicht – ein Liegestuhl und eine gute Rundumsicht ohne künstliches Licht reichen aus. Thomas Ruppert vom Deutschen Wetterdienst rät zu warmer Kleidung. "Nicht nur den Liegestuhl mitnehmen, sondern auch die Fleecedecke." Eine Thermoskanne Tee oder sogar ein Glühwein könnten bei Temperaturen um die zehn Grad nicht schaden. Denn: "Dort wo es Lücken zwischen den Wolken gibt, ist es auch deutlich kühler." Wer den Meteorstrom fotografieren will, sollte eine Kamera mit einem Weitwinkelobjektiv auf ein Stativ montieren und eine Langzeitbelichtung wählen.

dpa/afp/RND/wer

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