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"Man muss jedes Donnern 
ernst nehmen"

Blitzexperte Ullrich Finke "Man muss jedes Donnern 
ernst nehmen"

Wieder sind schwere Unwetter über weite Teile Deutschlands gezogen. "Wir beobachten eine häufigere Anzahl von Gewittern in letzter Zeit", sagt Ullrich Finke, Blitzexperte an der Hochschule Hannover. Im Interview erklärt der Fachmann, wie man sich bei einem Gewitter verhalten sollte. 

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"Wir beobachten eine häufigere Anzahl von Gewittern in letzter Zeit", sagt der Physikprofessor und Blitzexperte Ullrich Finke.

Quelle: Marcel Kusch/dpa

Hannover. Gibt es mehr Gewitter als früher?
Wir beobachten eine häufigere Anzahl von Gewittern in letzter Zeit. Es gibt einige Modelle, die dafür sprechen, dass sich durch die globale Erwärmung die Wetterlagen ändern und wir auch häufiger Gewitter in Mitteleuropa bekommen. Um valide Aussagen zu treffen, muss man das Klima aber mindestens über 30 Jahre hinweg beobachten.

Zur Person

Ullrich Finke (54), Physikprofessor und Blitzexperte an der Hochschule Hannover.

Es gab zuletzt viele Verletzte durch Blitzeinschläge, auch bei Fußballspielen oder dem Musikfestival "Rock am Ring". Müssen die Warnungen besser werden?
Die Vorhersagen funktionieren schon sehr gut. Bei einer Gewitterwarnung muss man sehr aufmerksam sein. Die Blitzeinschläge können auch eintreten, wenn die Gewitterwolke gar nicht sichtbar ist. Es kann sein, dass sie von flacher Bewölkung verdeckt ist. Man muss jedes Donnergrummeln ernst nehmen. Ein Gewitter kann auch gefährlich sein, wenn es nicht aus Kübeln schüttet.

Sollten Open-Air-Konzerte bei Gewitterwarnungen abgesagt werden?
Die Veranstalter haben eine große Verantwortung. Es kann um Menschenleben gehen und um große Schäden. Die Meteorologen können nur warnen. Die Gefahren darf niemand kleinreden. Andererseits: Man kann sich nicht darauf verlassen, dass es wirklich blitzt.

Was sollte man tun, wenn man im Freien von einem Gewitter überrascht wird?
Am besten sind feste Gebäude. Wenn die nicht vorhanden sind, könnte man im Wald Schutz suchen, aber nicht unter einem einzelnen Baum. Auf offenem Feld sollte man sich kleinmachen, nicht lang hinlegen. Es geht darum, den Abstand der Kontaktpunkte zum Erdboden möglichst klein zu halten, also auch die Füße zusammenzuführen.

Interview: Christina Sticht

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