Sie kämpfen ums Überleben – nicht nur einzeln, sondern auch als ganze Arten. Viele werden diesen Kampf verlieren: Eisbären, Tiger, Orang-Utans oder Pandabären könnten bald völlig von der Erde verschwunden sein. Das Artensterben auf unserem Planeten geht unvermindert weiter, trotz aller politischen Willensbekundungen.
Dabei hatten sich die Vereinten Nationen vor acht Jahren beim Weltgipfel in Johannesburg hehre Ziele gesetzt: Bis 2010 sollte der Verlust an biologischer Vielfalt deutlich verlangsamt werden. Inzwischen ist das Zieljahr angebrochen und die UN haben eine ernüchternde Bilanz gezogen. Von den elf in Johannesburg genannten konkreten Zielen, mit denen die biologische Vielfalt auf der Erde erhalten werden sollte, ist nicht ein einziges auch nur annähernd erreicht worden. Es wird nicht nur nicht besser, es wird immer schlimmer.
Von den 15 Millionen Arten, die unseren Planeten bevölkern, sterben derzeit Tag für Tag 130 Arten aus. Vor allem der Verlust an Lebensraum erweist sich für viele als tödlich. So werden weltweit jährlich rund 130 000 Quadratkilometer Wald vernichtet. Das entspricht fast der doppelten Fläche des Freistaates Bayern. Aber auch die Verschmutzung der Lebensräume, Überdüngung, Überfischung, die Ausbeutung der Ressourcen und der Klimawandel haben für Tiere und Pflanzen verheerende Folgen. Laut UN-Bericht hat sich der Zustand der Süßwasserfeuchtgebiete, der Eismeere, der Salzwiesen, Seegraswiesen, Muschelbänke und der Korallenriffe deutlich verschlechtert.
Wissenschaftler sprechen mittlerweile vom „sechsten Massensterben“ der Erdgeschichte – vergleichbar dem Aussterben der Dinosaurier vor 65 Millionen Jahren. Wenn bestimmte Kipppunkte erreicht seien, könne sich das Artensterben rasant beschleunigen. Allerdings ist diesmal kein Meteorit schuld, sondern die Lebensweise der Menschheit. „Der ökologische Fußabdruck der Menschheit insgesamt übersteigt die biologische Kapazität der Erde weit mehr als zum Zeitpunkt der Vereinbarung des 2010-Ziels“, heißt es in dem UN-Bericht.
Die UN-Experten warnen, dass mit dem Verlust der biologischen Vielfalt (Biodiversität) auch deren Leistungen für die Menschheit verloren gehen. So sind bereits 80 Prozent der karibischen Korallenriffe durch Übersäuerung und steigende Wassertemperaturen zerstört. Darunter leiden auch die Fische, von denen wiederum die Ernährung vieler Menschen abhängt. Der weltweite wirtschaftlichen Schaden durch den Verlust an Artenvielfalt wird auf jährlich 170 Milliarden US-Dollar beziffert.
Ralf Volke
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Kommentare
Sprachlos. Kerstin Fenske – 12.05.10
Ich habe den benannten Artikel heute morgen in der Bahn gelesen. wissend um die dramatischen Umstände und trotzdem zutiefst betroffen, wütend, traurig.Umso wütender bin ich nun hier auch noch so einen Volldeppen als Kommentator anzutreffen, dumm ins Nichts schwätzend zu so einem ernsten Thema.
Mir fehlen die Worte bei dieser Ignoranz, ein Spiegelbild des Zeitgeistes, der die Mitwelt den Abgrund hinunter treibt. mir wird schlecht dabei.
Welche sind denn ausgestorben? Artensterbenbeobachter – 12.05.10
Ja, wie heissen sie denn, die ausgestorbenen Arten der letzten Tage, Wochen, Monate, Jahre, Jahrzehnte?Wo sind die rührseligen Bilder der Ausgestorbenen? Selbst die Bild hat sie nicht. Und das will schon was heissen.
Wenn 130 Arten pro Tag aussterben sollen, dann sollte es doch möglich sein wenigsten 2 oder 3 zu nennen, die seit Anfang des Jahres, oder in den letzten Jahren ausgestorben sind?
Ich fürchte, dass es da, wenn überhaupt, so gut wie keine genannt werden können.
Der übliche Alarmismus also...
Schande!
Die Wahrheit ist wohl, dass das meiste Artensterben früher war und heute kaum noch stattfindet.
Oder? Jetzt möchte ich aber mal Argumente hören, ihr Schlaumeier.