Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Jedes dritte Kind kommt per Kaiserschnitt

Niedersachsen über Bundesdurchschnitt Jedes dritte Kind kommt per Kaiserschnitt

Obwohl die Weltgesundheitsorganisation eine Kaiserschnitt-Rate von nur etwa 15 Prozent für medizinisch angezeigt hält, liegt Niedersachsen mit 32,6 weiterhin knapp über dem Bundesdurchschnitt von 31,8 Prozent. Ob Kinder per Kaierschnitt zur Welt kommen, hängt auch vom Wohnort der Mutter ab.

Voriger Artikel
Schmilzt die antarktische Eisdecke komplett?
Nächster Artikel
Raucher verlieren eher ihre Zähne

Fast jedes dritte Kind in Niedersachsen kommt inzwischen per Kaiserschnitt zur Welt.

Quelle: dpa

Hannover/Wiesbaden. Fast jedes dritte Kind in Niedersachsen kommt inzwischen per Kaiserschnitt zur Welt. Die Rate lag im vergangenen Jahr 2014 unverändert bei 32,6 Prozent und damit etwas über dem Bundesdurchschnitt von 31,8 Prozent. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag mit. Absolut ist die Zahl der Kaiserschnittgeburten in Niedersachsen innerhalb eines Jahres um rund 1100 auf knapp 20 000 gestiegen. Weil sich die Zahl aller Geburten in den niedersächsischen Kliniken in dem Zeitraum um knapp 2800 auf etwa 61 000 erhöhte, blieb die Quote aber gleich.

Anfang dieses Jahres hatte sich auch der Landtag in Hannover mit dem Thema Kaiserschnitt befasst. Die Grünen hatten einen von der SPD gestützten Antrag eingebracht, der sich für die Stärkung der natürlichen Geburt ausspricht. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hält eine Kaiserschnitt-Rate von nur etwa 15 Prozent für plausibel und medizinisch angezeigt. Der Deutsche Hebammenverband befürwortet die Operation nur, wenn sie medizinisch notwendig ist. „Wir halten Wunschkaiserschnitte nicht für sinnvoll“, sagte Sprecherin Nina Martin. Sie spricht von einer unterschiedlichen Geburtskultur, die in den einzelnen Bundesländern praktiziert werde.

Kaiserschnitt-Rate variiert stark

Ob Kinder per Kaiserschnitt auf die Welt kommen, hängt auch vom Wohnort der Mutter ab. Die Operationsrate ist in den einzelnen Bundesländer sehr unterschiedlich, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden berichtete. Im Saarland war sie demnach mit 40,2 Prozent am höchsten. Die wenigsten Kaiserschnittentbindungen gab es mit 24,2 Prozent in Sachsen.
Nur ein verschwindender Anteil der Frauen entscheidet sich für eine Geburt außerhalb eins Krankenhauses, zum Beispiel in einem Geburtshaus oder zu Hause. Von den 717 565 Kindern, die 2014 zur Welt kamen, wurden nur 11 391 nicht im Krankenhaus geboren; 2013 waren es noch weniger: 10 380 Kinder. Die Zahl der geborenen Kinder ist höher als die Zahl der Geburten, da es Mehrlingsgeburten gibt.

Insgesamt gab es 2014 mehr Babys, nämlich 31 929 Säuglinge oder 4,7 Prozent mehr als im Jahr 2013. Damit stieg auch die Zahl der Krankenhausentbindungen um den gleichen Prozentwert. 99,7 Prozent der 2014 geborenen Kinder kamen lebend zu Welt. Der Anteil der Totgeburten betrug wie im Vorjahr 0,3 Prozent.

Andere Geburtshilfen als ein Kaiserschnitt werden nur selten angewandt: Eine Saugglocke wurde bei 5,8 Prozent der Entbindungen eingesetzt, eine Geburtszange sogar nur bei 0,4 Prozent.

Etwa jedes dritte Krankenhaus in Deutschland hat eine Geburtsstation. Im vergangenen Jahr haben einige Kliniken sich aus diesem Segment verabschiedet. Hatten 2013 noch 37,0 Prozent eine Geburtsstation, waren es 2014 nur noch 36,6 Prozent.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wissen
Augenblicke: Bilder aus Hannover und der Welt

Klicken Sie sich durch spektakuläre Fotos – ausgewählt von der HAZ-Redaktion.

  • Verbraucher
    Rund ums Geld

    Jeden Montag präsentieren wir Verbraucher- und Finanztipps und die Testsieger der Stiftung Warentest. mehr

  • Bauen & Wohnen

    Jeden Samstag neu: Tipps und Trends zu Haus und Garten, Bauen, Renovieren, Architektur und Wohnen. mehr

  • Auto & Verkehr

    Lesen Sie jeden Samstag Fahrberichte und Tipps für Autofahrer. Täglich aktuell: die Verkehrslage in und um Hannover. mehr