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Keine Ebola–Gefahr in Deutschland

Einschätzung des Bundesgesundheitsminister Keine Ebola–Gefahr in Deutschland

Eine Ärzteorganisation spricht von Rückschlägen im Kampf gegen Ebola in Westafrika. Die Zahl der Opfer dort steigt. Die Europäische Union startet eine Luftbrücke. Minister Gröhe tritt auf die Panikbremse.

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Noch wird kein Handlungsbedarf an den Flughäfen gesehen.

Quelle: dpa

Düsseldorf. Trotz der Ebola-Fälle außerhalb Afrikas müssen sich die Deutschen nach Einschätzung von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe keine Sorgen machen. Deutschland verfüge über „hervorragend ausgestattete Behandlungszentren“, die auf den Umgang mit hoch ansteckenden Krankheiten spezialisiert seien, sagte der CDU-Politiker der „Rheinischen Post“ (Samstag). „Unser Gesundheitssystem ist sehr gut aufgestellt, deshalb muss sich niemand in Deutschland Sorgen machen.“

 In den USA und Spanien hatte es zuletzt auch Ebola-Fälle außerhalb Afrikas gegeben. In dem südeuropäischen Land handelte es sich um die erste Ebola-Infektion von Mensch zu Mensch in Europa.
Gröhe lobte in der „Rheinischen Post“ die Umsichtigkeit der Bundesländer, die für den Infektionsschutz zuständig sind. Sie hätten bei allen bisherigen Verdachtsfällen professionell gehandelt und jede denkbare Ansteckung durch eine rechtzeitige Isolierung verhindert. Der Minister verwies auch darauf, dass die Notfallpläne für den Umgang mit Erkrankten regelmäßig geübt würden.

In Deutschland werden derzeit zwei Ebola-Patienten behandelt, einer in Frankfurt am Main, der andere in Leipzig. In Spanien hatte sich eine Pflegehelferin bei der Behandlung eines aus Westafrika ausgeflogenen Ebola-Kranken mit dem lebensgefährlichen Virus infiziert. Sowohl dem Patienten in Leipzig als auch der Frau in Madrid geht es schlecht.

Die Zahl der registrierten Ebola-Opfer in Westafrika stieg derweil auf mehr als 4000. Die drei am stärksten betroffenen Länder Guinea, Liberia und Sierra Leone meldeten bisher insgesamt 4024 Tote und 8376 Erkrankte, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf mitteilte. Besonders dramatisch sei die Situation weiterhin in Liberia. Mehr als die Hälfte aller Opfer wurden dort verzeichnet. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus

In Guinea gibt es beim Kampf gegen die Seuche nach Angaben der Organisation Ärzte ohne Grenzen Rückschläge. Vor einigen Wochen habe es zunächst Anzeichen für einen langsamen Rückgang der Neuinfektionen gegeben, doch derzeit erlebe die Hauptstadt Conakry wieder einen starken Anstieg von Fällen, erklärte die Organisation. In dem Land begann im Dezember der bislang folgenschwerste Ebola-Ausbruch.

Die USA und Großbritannien erhöhten wegen der Epidemie die Sicherheitskontrollen an einigen Flughäfen. Ähnliche Prüfungen sind in Deutschland vorerst nicht geplant. Selbst am größten deutschen Flughafen in Frankfurt müssen sich Passagiere nicht auf erhöhte Sicherheitsmaßnahmen einstellen. Nach den WHO-Empfehlungen gebe es keinen Handlungsbedarf, sagte Udo Götsch vom Frankfurter Gesundheitsamt.

Das Screening in London betrifft nur Reisende, die aus von Ebola betroffenen Ländern kommen. Die Passagiere sollen nach ihren Reisedaten und Kontakten sowie nach weiteren Reiseplänen befragt werden. Es gibt jedoch keine Direktflüge aus den Ebola-Regionen nach London.

Die Europäische Union startete am Freitag eine Luftbrücke nach Westafrika. Sie sieht Flüge nach Sierra Leone, Liberia und Guinea vor. Die erste Boeing 747 sollte rund 100 Tonnen Hilfsgüter von Amsterdam in die sierra-leonische Hauptstadt Freetown bringen. Die Bundeswehr will ihre Hilfsmission in der westafrikanischen Ebola-Region Mitte November starten.

Wie die Zeitung „Welt“ (Samstag) unter Berufung auf Diplomatenkreise in Brüssel berichtete, plant die Europäische Union unter dem Dach der WHO eine EU-weit koordinierte Initiative für den medizinischen Abtransport von Ebola-Infizierten aus Westafrika. Ziel sei es, eine Rettungskette für freiwillige Helfer aus Europa, die sich infiziert haben, aufzubauen, damit die Betroffenen sicher und schnell zur Behandlung nach Hause zurückgeflogen werden können. Die EU will dabei demnach auf die Expertise und die Flugzeuge der US-Firma Phoenix zurückgreifen, die eine jahrelange Erfahrung beim Transport schwer erkrankter und hochinfektiöser Patienten hat.

dpa

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