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Komet "Tschuri" passiert Sonne ohne Schäden

"Rosetta" auf Sicherheitsabstand Komet "Tschuri" passiert Sonne ohne Schäden

"Es ist alles glattgegangen": Die Passage des sonnennächsten Punktes seiner Bahn hat der Komet "Tschuri" ohne größere Schäden überstanden. Doch erst in den kommenden Wochen wird sich "Tschuri" richtig aufheizen. Dann ist es gar möglich, dass Teile des Kometen abbrechen.

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Eine Aufnahme des Kometen 67P/Churyunomv-Gerasimenko, die am 3. August 2014 von der Raumsonde "Rosetta" gemacht wurde.

Quelle: ESA/dpa

Darmstadt. Der Komet "Tschuri" ist unbeschadet an der Sonne vorbeigeflogen. Dampfend und staubend passierte er am Donnerstagmorgen um 4.03 Uhr den sonnennächsten Punkt seiner Bahn. "Es ist alles sehr glattgegangen, es war kein spektakulärer Vorbeiflug", sagte Paolo Ferri, der Bereichsleiter Satellitenbetrieb der Europäischen Raumfahrtagentur Esa in Darmstadt. "Tschuris" sei rund 185 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt, die Distanz vergrößere sich in den kommenden Wochen nur sehr langsam.

In den vergangenen vier bis acht Wochen habe der Komet mit dem wissenschaftlichen Namen "67P/Tschurjumow-Gerassimenko" immer mehr Sonnenenergie getankt und viel Staub um sich gewirbelt. "Wir erwarten weitere Explosionen und Staubwirbel bis September", so Ferri. Dass dabei Teile des Kometen abbrechen, sei "nicht so wahrscheinlich", aber auch nicht auszuschließen.

"Rosetta" auf Sicherheitsabstand

Im Herbst soll sich die Lage laut Esa beruhigen. Bis dahin begleitet und beobachtet die Sonde "Rosetta" die Staubschleuder zur Sicherheit aus einer Entfernung von 300 anstatt von 150 Kilometern.

Für den auf "Tschuri" gelandeten Roboter "Philae" bedeutet dies, dass der Kontakt zwischen Sonde und Roboter vorerst unterbrochen bleibt. Die Suche nach dem Signal ist aufgrund des zu großen Sicherheitsabstandes bis auf Weiteres ausgesetzt. "Rosettas" vorrangige Aufgabe sei es, die maximale Aktivität des Kometen mit wissenschaftlichen Messungen und Bildern zu dokumentieren, erklärte Ferri. Derzeit verliert "Tschuri" nach Angaben des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln pro Sekunde einige hundert Kilogramm seiner Masse.

Den bisher gewaltigsten beobachteten Gasausstrom von einigen Minuten Dauer fotografierte eine "Rosetta"-Kamera bereits am 29. Juli, wie das DLR und die Esa nun berichteten. Dabei wurde Kometenmaterial mit hoher Geschwindigkeit in den Weltraum geschleudert. Die Erde ist nur rund 150 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt und hat damit einen kleineren Abstand zum Zentralgestirn als "Tschuri".

Dennoch wird es nach DLR-Angaben auf dem Kometen wegen der fehlenden Atmosphäre mit Temperaturen bis rund 80 Grad Celsius deutlich heißer als auf unserem Planeten. Die Aktivität des Kometen werde in den kommenden Tagen noch etwas zunehmen, sagte DLR-Kometenforscher Ekkehard Kührt. Das nächste Mal wird "Tschuri" den sonnennächsten Punkt seiner Bahn in etwa 6,5 Jahren passieren.

dpa

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