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Wissen MHH-Forscher testen Pillen gegen Hepatitis C
Nachrichten Wissen MHH-Forscher testen Pillen gegen Hepatitis C
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00:16 30.07.2014
Von Veronika Thomas
Hoffen auf neue Therapie: Forscher der MHH. Quelle: dpa
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Hannover

Gemeinsam mit seinem Team hat er zwei Zulassungsstudien geleitet, deren Ergebnisse am Welt-Hepatitis-Tag in der renommierten Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlich werden. Bisher wurde die chronische Viruserkrankung, die zu Leberzirrhose und Leberkrebs führen kann, mit einer Kombination aus drei Medikamenten - Interferon, Ribavarin und einem Protease- oder einem Polymerase-Hemmer - behandelt. Die Heilungserfolge liegen bei 65 bis 75 Prozent; die bis zu einem Jahr dauernde Therapie ist oft mit starken Nebenwirkungen wie Blutarmut verbunden. Die neuen Medikamente, die als Tabletten verabreicht und nicht mehr gespritzt werden müssen, können laut den MHH-Studien mehr als 90 Prozent der Patienten von den Viren befreien. „Bei Hepatitis C handelt es sich um die erste chronische Virusinfektion, die heilbar ist“, sagt Prof. Manns. „Dies ist eine unglaublich seltene Erfolgsgeschichte, die die Medizin verändern wird.“

Das erste Medikament neuen Typs, ein Polymerase-Hemmer, der unter dem Handelsnamen Sovaldi vermarktet wird, wurde im Januar zugelassen. Im Mai folgte Olysio. Prof. Manns leitet außerdem eine Zulassungsstudie für ein weiteres Medikament namens Daclatasvir, das im August in Europa und den USA zugelassen werden soll.

Die neuen Wirkstoffe haben auch Auswirkungen auf die Zahl von Transplantationen. „Jede vierte bis fünfte Lebertransplantation geschieht aufgrund einer durch Hepatitis C bedingten Leber­erkrankung“, erläutert der MHH-Experte. Mithilfe der neuen Therapien werde es in den nächste zehn bis zwanzig Jahren möglich sein, Lebertransplantationen deutlich zu reduzieren. Allerdings sind die neuen Medikamente noch sehr teuer. Eine zwölfwöchige Therapie kostet bis zu 60 000 Euro pro Medikament.

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