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Magnete im Hirn für weniger Fremdenhass

Internationales Forschungsprojekt Magnete im Hirn für weniger Fremdenhass

Ein internationales Forscherteam will herausgefunden haben, dass der derzeit befürchtete Rechtsruck der Gesellschaft mit einem medizinischen Eingriff verhindert werden könnte: Ein Magnet im Gehirn soll fremdenfeindliche Einstellungen reduzieren.

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Die Wissenschaftler stimulierten in ihrem Experiment den medialen frontalen Kortex, eine Gehirnregion oberhalb der Stirn. Sie soll für das Erkennen und Lösen von Problemen zuständig sein und reguliert Emotionalität.

Quelle: Jan-Peter Kasper

Der Zulauf der rechten Parteien in Europa, die Pegida-Bewegung in Dresden und anderswo, die Übergriffe gegen Asylbewerber quer durch die Republik: Die Frage, wie man Menschen davon abbringt, Hass auf Ausländer zu entwickeln, beschäftigt zur Zeit unzählige Politologen, Soziologen, Psychologen und Pädagogen – wenn man ehrlich ist, ohne allzu konkrete Antworten.

Schenkt man einem Forscherteam aus dem britischen Städtchen York und der University of California in Los Angeles Glauben, hat man in dieser Frage bisher die falsche Profession zurate gezogen. Die Wissenschaftler um den Hirnforscher Keise Izuma wollen nun herausgefunden haben, dass ein möglicher Rechtsruck in der Gesellschaft zumindest kurzzeitig verhindert werden könnte: durch eine Magnetbehandlung des Gehirns.

Hirnregion reguliert Emotionalität

Die überraschende Entdeckung der Forscher: Per Magnetstimulation können Einstellungen gegenüber Migranten positiv beeinflusst werden. Auch der Glaube an Gott wird offenbar in dieser Region gesteuert. Dies berichtet der „Daily Telegraph“ unter Berufung auf eine Veröffentlichung des Forscherteams. Die Wissenschaftler stimulierten in ihrem Experiment den medialen frontalen Kortex, eine Gehirnregion oberhalb der Stirn.

Sie soll für das Erkennen und Lösen von Problemen zuständig sein und reguliert Emotionalität. Je stärker die Probanden dem Magnetfeld ausgesetzt waren, desto stärker verringerte sich die Aktivität der Gehirnregion. Im Anschluss befragten die Forscher die Teilnehmer zu ideologischen Themen. Im Fokus standen Fragen zu Tod und Nationalismus. Das Ergebnis ist verblüffend: Von denjenigen Probanden, deren Problem-Hirnregion vorübergehend gehemmt war, glaubten 32,8 Prozent weniger an Gott als in der Vergleichsgruppe mit wenig Magneteinwirkung.

Gleichzeitig reagierten die Probanden um 28,5 Prozent positiver auf Zuwanderer. „Wir wollten herausfinden, ob eine Hirnregion, die mit dem Lösen konkreter Probleme in Verbindung steht, auch bei abstrakten, durch Ideologien ausgelösten Fragestellungen aktiv wird“, erklärte Izuma. Die Tests zeigten, dass Menschen sich oft einer Ideologie zuwendeten, wenn sie mit Problemen konfrontiert würden und diese bearbeiten müssten. Das wissen Soziologen schon lange.

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