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Markiert der Klimawandel ein neues Zeitalter?

Diskussion unter Forschern Markiert der Klimawandel ein neues Zeitalter?

Der Meeresspiegel steigt, der Klimawandel ist unaufhaltsam: Der Mensch hinterlässt unübersehbare Spuren der Verwüstung auf der Erde. Nun diskutieren Experten, ob dies den Beginn einer eigenen Ära markiert.

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Freeway in Los Angeles: Nie zuvor hat eine Spezies die Erde so verändert wie der Mensch.

Quelle: Gina Ferazzi/dpa

Die Erde hat es nicht leicht mit den Menschen: Nie zuvor hat eine Spezies den Planeten so stark verändert wie der Homo sapiens. Er, der Mensch, hat gewaltige Teile der Oberfläche in Agrarland umgewandelt oder mit Städten und Straßen zubetoniert. Bergbau und Industrie haben unübersehbare Spuren hinterlassen. Der vom Menschen verursachte Klimawandel lässt den Meeresspiegel steigen, riesige Mengen Müll verschmutzen die Erde. Viele Experten sind überzeugt, dass damit ein neues Erdzeitalter begonnen hat: das Anthropozän.

Für Geowissenschaftler ist die Einteilung der Erdgeschichte in Epochen die Königsdisziplin. Anhand von Veränderungen in Gesteins- und Bodenschichten definieren sie die Zeitalter – und denken dabei meist in Abständen von Millionen Jahren. So dauerte das Pleistozän gut 2,5 Millionen Jahre, bevor vor 11.700 Jahren das Holozän begann. Es könnte das bisher kürzeste Erdzeitalter werden, wenn sich die Wissenschaftler darauf einigen, dass die durch den Menschen verursachten Veränderungen des Planeten so gravierend sind, dass eine wirklich neue Phase eingetreten ist.

Chancen für neues Erdzeitalter stehen gut

Die Chancen für das Anthropozän (das altgriechische Wort bedeutet etwa "das vom Menschen gemachte Neue") stehen gut. Seit Jahren prüft ein Expertengremium, ob eine neue Ära begonnen hat. In einem ersten Bericht zeigt sie sich davon überzeugt, sie verweist dabei auch auf Millionen Tonnen neuer Materialien wie Glas und Keramik sowie auf die zahllosen Tierarten, die der Mensch allein durch seine rasante Vermehrung schon vom Planeten getilgt hat. Die Entscheidung fällt vermutlich im Sommer, wenn in Kapstadt der 35. Internationale Geologische Kongress tagt.

Doch auch wenn unstrittig ist, dass der Mensch auf der Erde kräftig wütet, so könnte die Datierung des Anthropozäns ein Problem werden. Manche Fachleute plädieren dafür, die Industrialisierung, also das späte 18. Jahrhundert, als Startpunkt zu nehmen. Andere favorisieren die Explosion der ersten Atombombe 1945, immerhin lässt sich das so freigesetzte radioaktive Material geologisch einwandfrei nachweisen.

Wie auch immer: Falls die Menschheitsepoche zum Zeitalter ernannt wird, könnte sie in die Geschichte des Planeten als ziemlich düstere Episode eingehen.

Von Udo Harms

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