Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Wissen Mehr als 1200 Vogelarten gelten als bedroht
Nachrichten Wissen Mehr als 1200 Vogelarten gelten als bedroht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:10 07.06.2011
Innerhalb eines Jahres musste die Liste der bedrohten Vögel um 13 Arten verlängert werden.. Quelle: dpa
Anzeige

Jede siebte Vogelart ist vom Aussterben bedroht. Das geht aus der neuen Roten Liste für Vögel hervor, die die Weltnaturschutzunion IUCN am Dienstag im Schweizerischen Gland veröffentlicht hat. Insbesondere große Vogelarten sind demnach gefährdet. Jagd und andere Störungen sowie Verlust und Zerstückelung des Lebensraums machen ihnen besonders zu schaffen.

Einer der größten Vögel der Welt, die Hindutrappe (Ardeotis nigriceps), etwa steht dadurch kurz vor dem Aussterben. Von der ein Meter großen und bis zu 15 Kilogramm schweren Trappe leben nur noch 250 Exemplare in Indien und Pakistan, die Art wurde auf der neuen Liste in die höchste Gefährdungskategorie hochgestuft. Ähnlich ergeht es der Bahama-Oriole (Icterus northropi). Von dem schwarz-gelben Karibikvogel existieren wahrscheinlich sogar nur noch etwa 180 Exemplare. Auch er wurde in die höchste Kategorie hochgestuft.

Insgesamt sind in der Neuauflage der Roten Liste 1253 Vogelarten als gefährdet eingestuft, das sind 13 Prozent aller untersuchten Arten. „Im Zeitraum eines Jahre sind 13 weitere (Vogel-)Arten in die bedrohten Kategorien aufgenommen worden“, erläuterte der Vizedirektor des IUCN-Artenschutzprogramms, Jean-Christophe Vié. „Allerdings wären die Zahlen noch schlechter, wenn die Naturschutzinitiativen nicht greifen würden.“

Einige Vögel konnten von Schutzprogrammen profitieren

Profitiert von den Schutzprogrammen haben etwa die Silberhalstaube (Columba trocaz) auf Madeira sowie die Lorbeertaube (Columba junoniae) und Bolles Lorbeertaube (Columba bollii) auf den Kanaren. Sie konnten alle in die niedrigste Kategorie hinabgestuft werden, nachdem Bedrohungen wie Jagd und Verlust des Lebensraums angegangen wurden. Und die Campbellente (Anas nesiotis) ist nach Aufzucht und einer massiven Bekämpfung der Ratten auf die neusseländische Campbellinsel zurückgekehrt, wie die IUCN berichtet. Ihre Population hat sich positiv entwickelt, so dass die Art in die zweithöchste Kategorie heruntergestuft werden konnte.

„Vögel stellen ein Fenster zum Rest der Natur dar“, betonte Stuart Butchart von der Organisation Birdlife International, die für die IUCN die Rote Liste für Vögel zusammenstellt. Sie seien ein wichtiger Indikator für die Gesundheit des Ökosystems.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Mehr zum Thema

Wer im Winter Vögel füttert, beeinflusst direkt, wie sich die Tiere weiterentwickeln. Das haben deutsche und kanadische Wissenschaftler herausgefunden.

03.12.2009

Mit dem Fund von versteinerten Spuren haben deutsche Wissenschaftler den Ursprung der Vögel aufgehellt. Die Paläontologen aus Braunschweig und Hannover hatten die Funde in Westafrika gemacht.

10.02.2010

Spottdrosseln können Menschen von anderen unterscheiden: Die Singvögel reagieren aggressiver auf Individuen, die sich ihrem Nest schon einmal genähert haben und eine potenzielle Bedrohung sind.

18.05.2009

Mehr als 600 neue Tier- und Pflanzenarten haben Forscher in den vergangenen elf Jahren auf Madagaskar entdeckt. Darunter war ein 30 Gramm leichter Berthe-Mausmaki, der kleinste Primat der Welt, wie die Umweltstiftung WWF in Frankfurt am Main berichtete.

06.06.2011

Ein Studium an einer Elite-Universität klingt für viele Studenten verlockend. Aber es ist nicht immer die richtige Entscheidung. Im ersten Semester kommen die Anfänger an die Profs mit exzellentem Namen kaum heran.

06.06.2011

Es ist nie zu spät, das Rauchen aufzugeben: Patienten mit Lungenkrebs, die das Rauchen im einem frühen Stadium der Erkrankung aufgeben, haben deutlich bessere Überlebenschancen. Das erläutern die Lungenärzte der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) in Berlin.

05.06.2011
Anzeige