Volltextsuche über das Angebot:

4°/ -1° wolkig

Navigation:
Abo bestellen HAZ-Shop HAZ Media Store AboPlus HAZ Service
Namibische Buschleute erforschen Urmenschen
Mehr aus Übersicht

Archäologie Namibische Buschleute erforschen Urmenschen

Namibische Buschleute sollen auf einer ungewöhnlichen Expedition die Fußspuren der Eiszeit-Jäger in den Höhlen der Pyrenäen analysieren. Ziel des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanzierten Projekts ist, Details aus dem Alltag der Urmenschen vor rund 17.000 Jahren zu erfahren.

Voriger Artikel
Wie wird man eigentlich Astronaut?
Nächster Artikel
Russische Rakete mit drei Satelliten explodiert

Die Namibischen Buschleute Thui Thao (v-l), Uli Kxunta und Tsamkxao Cligae posieren bei ihrem Besuch im Neanderthal-Museum in der Ausstellung „Steinzeitkinder" neben einem Lagerplatz prähistorischer Jäger. Sie sollen ein deutsches Forschungsprojekt unterstützen.

Quelle: dpa

Drei San-Jäger aus der Kalahari brechen mit zwei deutschen Wissenschaftlern am Dienstag nach Frankreich auf. Die San, die auch Buschleute genannt werden, gelten als die besten Spurenleser der Welt und arbeiten in ihrer Heimat oft als Fährtensucher und Jagdführer.

Die Forscher erhoffen sich von den Erkenntnissen der San Informationen etwa zum Gesundheitszustand, zur Körperhaltung und Gangart der Eiszeitmenschen. Dies berichteten die leitenden Wissenschaftler Tilman Lenssen-Erz von der Forschungsstelle Afrika der Universität Köln und Andreas Pastoors vom Neanderthal Museum in Mettmann am Montag. Die beiden langjährigen Experten für Felsbildmalerei und Höhlenkunst haben die San in Namibia und Deutschland auf die Aufgabe vorbereitet. Erste Ergebnisse der Expedition sollen am 17. Juli in Köln präsentiert werden.

„Die Bilder erzählen uns nicht alles, was die Menschen gemacht haben“, sagte Pastoors über die Höhlenmalereien. Doch die Untersuchung der Hand- und Fußspuren sei in der Erforschung der eiszeitlichen Kunst immer nur ein Randthema gewesen. In den 20er Jahren habe man angefangen, Alter, Größe und Abstammung der Menschen durch die Vermessung der Spuren zu entschlüsseln. Immer aber seien die Spuren mit rituellen Handlungen in Verbindung gebracht worden. Diese Spekulationen wollen die Forscher prüfen. „Wir gehen da sachlich dran“, sagte Lenssen-Erz.

Rund 350 Höhlen mit Wandmalereien seien in den Pyrenäen bekannt, sagte Pastoors. In zehn Höhlen wurden Fußabdrücke der Steinzeitmenschen gefunden. Stichprobenartig sollen die San in Niaux und fünf weiteren, auch weniger zugänglichen Höhlen 50 bis 60 Spuren untersuchen. In ihrem Dorf können sie jede Spur den einzelnen Bewohnern zuordnen.

dpa

Voriger Artikel Voriger Artikel
Nächster Artikel Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Wissenschaft
Den Neandertalern könnten ihre wuchtigen Körper zum Verhängnis geworden sein.

Den Neandertalern könnten ihre wuchtigen Körper zum Verhängnis geworden sein: Britische Forscher vermuten, dass das Gehirn der Urmenschen besonders stark darauf ausgelegt war, besser sehen zu können und den massigen Körper zu kontrollieren.

mehr
Anzeige
Kennen Sie diese Sätze, die Geschichte machten?
Anzeige