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13:09 20.03.2014
Dieser Waran lebt in einem Tierheim in Hamburg. Er wurde auf der Straße gefunden. Quelle: dpa
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München

Der Handel mit exotischen Wildtieren in Deutschland sollte nach Ansicht von Naturschützern dringend strenger kontrolliert werden. Tierbestände in Asien, Afrika und Lateinamerika dürften nicht länger für den Heimtiermarkt in Deutschland geplündert werden, forderten am Donnerstag zehn Verbände, darunter der Naturschutzbund Deutschland, der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und Pro Wildlife in München. Unter dem Motto „Weniger Wildnis im Wohnzimmer“ verlangten sie unter anderem, den Import von in der Natur gefangenen Tieren zu verbieten und die Privathaltung auf geeignete Arten zu beschränken.

Deutschland sei der größte Absatzmarkt in der EU für Wildtiere, erläuterten die Tierschützer. Dort landeten allein fast 30 Prozent der Reptilien-Importe in die Union. Dazu zählten Pythons, Boas, Warane und Leguane. Gleiches gelte für viele Zierfische. Die Bundesregierung habe ähnliche Ziele bereits im Koalitionsvertrag verankert und sollte diese zügig umsetzen, forderten die Verbände. Dadurch würden auch die Zuchttiere wieder aufgewertet, die mit den importierte Wildtieren vom Preis her oft nicht konkurrieren könnten.

Der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) lehnt eine von den Naturschützern geforderte Positivliste ab. „Das würde die Weiterentwicklung der Heimtierhaltung behindern“, sagte ZZF-Sprecherin Antje Schreiber. Bei neuen Arten müsste dann jedes Mal ihre Aufnahme diskutiert werden und kaum ein Tier würde es mehr auf die Liste schaffen, da von jedem ein gewisses Risiko ausgehe, besonders von Hund und Katze. Sinnvoller sei eine Regelung nach dem Vorbild der Heidelberger Beschlüsse. In der Selbstverpflichtung von 1991 sagen die ZZF-Mitglieder zu, bestimmte Tierarten, die Privatleute nicht artgerecht halten können, nicht anzubieten, etwa Schnappschildkröten, Krokodile, Frettchen oder Giftspinnen.

„Wir haben Tiere, die sind in der Roten Liste in der höchsten Bedrohungskategorie und dürfen trotzdem unbegrenzt gehandelt werden“, kritisierte Sandra Altherr von Pro Wildlife. Beispiele seien etwa der Bangai-Kardinalbarsch aus Indonesien, der türkise Zwerggecko aus Tansania oder Baumschleichen aus Mexiko. Viele dieser Tiere würden beim Fang, bei der Lagerung oder während des Transports sterben.

Der legale Handel stehe zudem im Widerspruch zur EU-Regelung, die den Fang heimischer Wildtiere verbiete. „Flughunde aus Afrika, Igel aus Madagaskar oder Frösche aus Vietnam sind aber erlaubt“, bemängelte Altherr. Dabei werde oft argumentiert, dass diese Tiere etwa durch private Züchter vor dem Aussterben bewahrt würden. Dies sei aber nicht der Fall, erklärte Altherr. „Der typische Privathalter wildert die Tiere nicht aus“, sagte sie, sondern wolle sie in seinem Terrarium behalten. Dies sei kein Ersatz für koordinierte Zuchtprogramme. „Die Arche Noah im privaten Wohnzimmer, die gibt es nicht.“

Der ZZF hält ein Handelsverbot für den verkehrten Weg. Durch Heimtierhaltung sei noch keine einzige Art ausgerottet wurde, sagte ZZF-Sprecherin Schreiber. Ein Handelsverbot sei vielmehr gefährlich, da die Menschen in den betreffenden Gebieten dann kein Interesse mehr daran hätten, die Lebensräume der Tiere zu erhalten. Zudem sei es gerade Hobbyzüchtern zu verdanken, dass bestimmte Tiere überhaupt noch existierten, etwa bei Fischen. „Es gibt viele Arten, die überhaupt nicht mehr in der Natur vorkommen, sondern ausschließlich in Aquarien“, sagte Schreiber.

Kritik übt der ZZF allerdings an bestimmten Fangmethoden, etwa mit Dynamit. Die Verbandsmitglieder dürften so gefangene Tiere nicht importieren, wobei diese Fangmethode aufgrund der hohen Verluste vor allem im Speisefischsegment vorkomme. Auch kommerzielle Börsen, auf denen Wildtiere verkauft werden, sieht der Verband kritisch. Während der Zoofachhandel seine Sachkenntnis im Umgang mit Tieren nachweisen müsse, werde dies dort nicht verlangt.

dpa

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