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Wissen Neandertaler verschwanden vor 39.000 Jahren
Nachrichten Wissen Neandertaler verschwanden vor 39.000 Jahren
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09:19 21.08.2014
Vor spätestens 39.000 Jahren existierte er in Europa nicht mehr: Der Neandertaler. Quelle: dpa
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Oxford

Die Forscher um Tom Higham von der englischen Universität Oxford fanden demnach keine Anhaltspunkte dafür, dass in Südspanien Neandertaler noch einige Zeit länger überlebten. Dies sei in der Vergangenheit wiederholt vermutet worden, schreiben sie in der Fachzeitschrift „Nature“. 

Die Gruppe um Higham nahm Proben von Fundstätten dreier Steinzeitkulturen: Die Moustérien-Kultur wird den Forschern zufolge den Neandertalern zugeordnet, die Uluzzien-Kultur dem modernen Menschen. Die Zuordnung der Châtelperronien-Kultur ist umstritten, das Ende dieser Phase fällt aber in denselben Zeitraum wie das der Moustérien-Kultur. Daher werde die Schätzung zum Aussterben der Neandertaler von dieser Unsicherheit nicht berührt, betonen die Wissenschaftler.  

Aus fast 200 Analysedaten berechneten sie, dass die Neandertaler mit einer Wahrscheinlichkeit von 95,4 Prozent vor 41.030 bis 39.260 Jahren ausstarben. Dass ihre Ergebnisse präziser seien als frühere Datierungen, begründen sie mit einer verbesserten Radiocarbon-Methode mittels Beschleuniger-Massenspektrometrie. Auch seien die Methoden verbessert worden, um neuzeitliche Verunreinigungen von prähistorischen Proben zu entfernen. 

Der Studie zufolge bewohnten Neandertaler und der moderne Mensch 2600 bis 5400 Jahre lang dieselben Gegenden Europas. In dieser Zeit hätten sie sich kulturell austauschen und auch gemeinsame Nachkommen zeugen können. Genetische Studien hätten gezeigt, dass etwa zwei Prozent der Gene von Europäern vom Neandertaler stammen, schreiben die Forscher.  

Genetiker datieren den größten Genaustausch zwischen beiden Arten aber auf die Zeit vor 77.000 bis 114.000 Jahren - lange bevor der Homo sapiens nach Europa kam. Darauf weist William Davies von der englischen Universität Southampton in einem Nature-Kommentar hin. Er merkt allerdings an, dass weite Teile Mittel- und Osteuropas bei den Proben nicht berücksichtigt worden seien. Deshalb fordert er: „Wir müssen auch diese Region an die Präzision und Abdeckung des übrigen Europa heranbringen.“

dpa

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