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Europa sucht nach Leben auf dem Mars

Neue Mission Europa sucht nach Leben auf dem Mars

Die Suche nach Leben auf dem Mars fasziniert die Menschheit seit Jahrzehnten - nun startet die europäische Mars-Forschung in ein neues Zeitalter: Vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan soll am Montag eine Proton-Rakete die Mission ExoMars auf Kurs zum Roten Planeten bringen.

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Diese Proton-Rakete soll die Mars-Sonde auf Kurs für de bevorstehende Mission bringen

Quelle: ESA/Stephane Corvaja/dpa

Baikonur. Das europäisch-russische Raumfahrtprojekt soll zur Klärung der Frage beitragen, ob es auf dem Mars einfache Lebensformen gab - oder noch gibt. Wie sehr die Vorstellung von Leben auf unserem Nachbarplaneten die Menschheit beschäftigt, lässt sich an der Vielzahl der bereits zum Mars gestarteten Forschungssonden und Landerobotern ablesen: Kein anderer Planet des Sonnensystems war so oft Ziel von Raumfahrtmissionen wie unser kleinerer Nachbar. Sie alle sollen letztlich das alte Rätsel lösen, ob die heute unwirtliche Mars-Oberfläche früher Raum für mikrobielles Leben bot und ob es tiefer im Mars-Inneren vielleicht sogar bis heute existiert. Eine solche Entdeckung wäre eine wissenschaftliche Sensation.

Dabei liegt die Zeit noch nicht lange zurück, in der viele Menschen sogar von der Existenz intelligenter Lebewesen auf dem Mars überzeugt waren. So nahmen manche US-Bürger am 30. Oktober 1938 ein Radio-Hörspiel für bare Münze, in dem Marsianer die USA angriffen. Dabei hatte der junge Autor Orson Welles lediglich den 1898 erschienen Science-Fiction-Roman "Krieg der Welten" des englischen Schriftstellers H. G. Wells fürs Radio aufbereitet - als realistisch wirkende Reportage.

Landung für Oktober geplant

Bereits 1877 hatten Beobachtungen des italienischen Astronomen Giovanni Schiaparelli dem Mythos von intelligentem Lesen auf dem Mars mächtig Vorschub geleistet. Schiaparelli beobachtete feine Linien auf dem Nachbarplaneten, die er "canali" nannte. Dies wurde mit "Marskanäle" übersetzt - in den Köpfen vieler Zeitgenossen entstand prompt das Bild einer Mars-Zivilisation, die Kanäle zur Bewässerung der trockenen Wüstengebiete ihres Planeten erschaffen hatte. Die vermeintlichen Kanäle auf dem Mars entpuppten sich später als optische Täuschung. Heute ist ein großer Mars-Krater nach Schiaparalli benannt - und eines der High-Tech-Geräte der nun bevorstehenden ExoMars-Mission der europäischen Weltraumagentur ESA und der russischen Raumfahrtagentur Roskosmos.

ExoMars besteht aus dem Landegerät "Schiaparelli" und einer Atmosphärensonde mit der Bezeichnung TGO (Trace Gas Orbiter). Beide sollen den Mars nach einer siebenmonatigen Reise im kommenden Oktober erreichen. Dann soll sich das Testlandemodul von der Atmosphärensonde trennen und schließlich auf dem Mars aufsetzen. Auf dem Roten Planeten wird sie mehrere Tage lang Technologien für die spätere Landung eines Rovers und einer Plattform zur Erforschung der Planetenoberfläche testen - diese Landung ist bei einer zweiten ExoMars-Mission geplant, die 2018 starten soll. Nachdem "Schiaparelli" sich von der Atmosphärensonde getrennt hat, soll diese in eine Umlaufbahn um den Mars einschwenken und Spurengase in dessen Atmosphäre untersuchen.

Methansuche steht im Mittelpunkt

Dabei geht es den Wissenschaftlern besonders um das Aufspüren von Methan - Hinweise auf geringe Mengen dieses Gases hatte bereits die 2003 gestartete europäische Sonde "Mars Express" gesammelt. Die Forscher wollen nun wissen, woher dieses Spurengas stammt. Denn eine mögliche Quelle könnten biologische Organismen sein - aber auch Vulkanismus. Um die Herkunft des Gases zu klären, soll die TGO-Sonde während ihrer mehrjährigen Wissenschaftsmission nun die geografische und jahreszeitliche Abhängigkeit der Methan-Konzentration messen. Die zweite ExoMars-Mission im Jahr 2018 wird dann den Rover auf den Roten Planeten bringen. Er soll auf und unter der Mars-Oberfläche Hinweise auf gegenwärtiges oder früheres Leben finden - wenn es solche Spuren denn tatsächlich gibt.

afp

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