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Wissen "Aufschieberitis" ist ein männliches Phänomen
Nachrichten Wissen "Aufschieberitis" ist ein männliches Phänomen
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18:11 11.03.2016
Prokrastination ist einer Studie zufolge vor allem ein Problem junger Menschen. Quelle: Jens Schierenbeck/dpa/tmn
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Mainz

Krankhaft Erledigungen aufzuschieben, ist ein Problem, das Jüngere deutlich häufiger haben als Ältere. Das geht aus einer Studie der Universität Mainz hervor. Ihr liegt eine bevölkerungsrepräsentative Umfrage zugrunde. Die Teilnehmer sollten auf einer Skala einschätzen, wie oft sie die Erledigung von Dingen aufschieben. Außerdem sollten sie angeben, wie nervös oder unruhig sie sind.

Dabei zeigte sich, dass die Gruppe der 14- bis 29-Jährigen über sich am häufigsten sagt, dass sie chronisch Aufgaben vertagt. Mit dem Alter nimmt das Phänomen dann kontinuierlich ab, erst bei den über 70-Jährigen steigt es wieder an. In der Gruppe der 14- bis 29-Jährigen gaben außerdem Männer deutlich häufiger als Frauen an, dass sie prokrastinieren.

Außerdem zeigte sich, dass Personen, die chronisch aufschieben, häufiger gestresst, depressiv und einsam sowie insgesamt mit ihrem Leben weniger zufrieden sind.

Kampf der "Aufschieberitis" - To-do-Listen richtig führen

"Steuererklärung machen" - das ist eines dieser To-dos, das jedes Jahr ab Januar auf diversen Notizzetteln steht und doch erst irgendwann im Dezember erledigt wird. Über das Jahr kommen immer mehr verschobene Aufgaben hinzu, die Liste wird immer länger - ein Zustand, der sich vermeiden lässt, sagt Karriereberaterin Hanne Bergen aus Hamburg.

Dafür sollte man sich auf die Aufgaben für den jeweiligen Tag konzentrieren und von vornherein jedes To-do konsequent mit einem Termin versehen, empfiehlt Bergen. «Das dämmt die Aufschieberitis ein. Und wenn man dann einen guten Tag hat und To-dos für die nächste Woche erledigt, fühlt man sich umso besser.» Wenn man mit Papier arbeitet, sollte man auch darauf achten, keine Aufgabe zweimal aufzuschreiben. Bergen rät außerdem, nicht zu viele kleine To-dos aufzuschreiben. «Man sollte nicht jeden Arbeitsschritt notieren.»

Gegen das Verschieben helfe außerdem, zu klären, warum man sich vor einer Aufgabe drückt. Bei To-do-Listen aus Papier eigne sich dafür die Masern-Technik: Dabei wird jede verschobene Aufgabe mit einem roten Punkt markiert. «Wenn ein Zettel dann langsam vier, fünf Masernpunkte hat, also langsam erkrankt, muss man sich fragen, welche Hürden mit der Aufgabe verbunden sind.» Das könnten offene Fragen sein, ein Konflikt, den man nicht führen möchte, oder dass man einfach keinen Sinn mehr in der Aufgabe sieht.

Ob man seine To-do-Listen auf Papier oder elektronisch führt, sei dagegen lediglich individuellen Vorlieben geschuldet, so die Karriereberaterin. Sinnvoll seien solche Listen vor allem dann, wenn man gestresst ist, um das Kurzzeitgedächtnis zu entlasten.

dpa

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