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Darum hat der Himmel über Hannover einen Rotstich

"Ophelia" Darum hat der Himmel über Hannover einen Rotstich

Tropensturm „Ophelia“ wirbelt feinen Sahara-Sand und Rußpartikel nach Europa. Vielerorts färbt der Staub die Sonne und den Himmel rot. In Hannover kann das Wetterphänomen ebenfalls beobachtet werden. Der Rotstich ist auch am Mittwoch noch zu sehen. 

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Auch in Hannover war die „Blutsonne“ zu sehen.

Quelle: Christian K.

Hamburg/London. Es war ein farbenfrohes Spektakel: Über weiten Teilen Mitteleuropas hat die Sonne am Dienstagvormittag wie ein roter Feuerball geleuchtet. Auch der Himmel färbte sich orange. In Deutschland war das Phänomen nordwestlich einer Linie von der Eifel zur Uckermark – also im Norden, Nordwesten und Westen – zu sehen. Auch in Hannover fragten sich viele Menschen, wo plötzlich dieser Rot-Stich am Himmel herkommt.

Der Oktober zeigt sich weiterhin von seiner goldenen Seite: Tropensturm „Ophelia“ wirbelte feinen Sahara-Sand und Rußpartikel nach Europa. Vielerorts färbte der Staub die Sonne und den Himmel rot. Auch in Hannover kann das Wetterphänomen in einer schwachen Form beobachtet werden. 

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Der Grund für das Naturphänomen: Sahara-Staub sowie Rußpartikel von den Waldbränden auf der iberischen Halbinsel, die ein Ausläufer des Hurrikans „Ophelia“ in den Norden treibt. Dies verdunkelt das Sonnenlicht. 

„Je mehr Staubpartikel sich in der Atmosphäre befinden, desto weniger blaue und grüne Lichtstrahlen kommen durch“, erklärt Meteorologe Adrian Leyser Deutschen Wetterdienst (DWD). Der übrig bleibende Rotlichtanteil lasse die Sonne so intensiv rot erscheinen. „Man muss sich das vorstellen wie einen Kamerafilter, durch den nur rote Strahlen durchkommen“,sagt Leysers Kollege Benedikt März vom DWD in Hamburg.

Wie lange bleibt die Blutsonne?

Die faszinierende Himmelserscheinung ist vor allem bei Sonnenaufgang und -untergang zu beobachten, stellt Leyser fest. Die Sonne stehe dann flach am Horizont, und ihre Strahlen wanderten länger durch die Luftschichten.

Den Sand- und Aschestaub tragen die südwestlichen Windströmungen, die auch für die warmen Temperaturen der letzten Tage verantwortlich waren. „In der Atmosphäre verbindet sich der Staub mit Wasserdampf“, erklärt Sebastian Wache, Diplom Meteorologe bei der Wetter-Welt GmbH in Kiel.

Wie lange die glutrote Pracht noch andauert, darüber streiten die Gelehrten. Die Glutsonne soll auch in den kommenden Tagen am Himmel leuchten, prognostiziert Wache: „Dieses Wetter wird noch ein bis zwei Tage anhalten, bis ein neues Tiefdruckgebiet kommt.“

 „Das Sturmtief mit der zugehörigen Kaltfront über Norddeutschland schwächt sich ab“, meint hingegen Meteorologe März. Schon am Mittwoch dürfte das Phänomen der „Glutsonne“ aus seiner Sicht kaum mehr wahrnehmbar sein. „An der Südküste Englands und in der Bretagne ist es am ehesten noch einmal zu bewundern.“ 

Starke Hurrikans wie „Ophelia“gebe es aufgrund des Klimawandels zunehmend häufiger, sagt Prof. Martin Claußen, einer der Direktoren des Max-Planck-Instituts für Meteorologie in Hamburg. Dies hänge mit der Erderwärmung zusammen. Ob damit auch die Wiederkehr eines optischen Phänomens wie der „Glutsonne“ wahrscheinlicher werde, sei aber ungewiss, so Claußen.

In Irland hat sich die Lage nach dem Sturm  „Ophelia“ derweil wieder normalisiert. Öffentliche Einrichtungen blieben aber auch am Dienstag weiterhin geschlossen.  Drei Menschen waren durch den heftigen Sturm zu Tode gekommen.

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Mit „Ophelia“ erwartet Irland den stärkste Sturm seit 50 Jahren. Wetterexperten rechnen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 Stundenkilometer und riefen die höchste Alarmstufe aus. Schulen und öffentliche Einrichtungen blieben am Montag geschlossen.

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Von RND/dpa

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