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Pädophile lassen sich behandeln

Netzwerk "Kein Täter werden" Pädophile lassen sich behandeln

Bei der ersten Anlaufstelle für Pädophile in Nordrhein-Westfalen haben bereits fast 300 Betroffene ihre gefährliche Neigung offenbart. Derzeit gebe es drei Therapiegruppen beim Netzwerk "Kein Täter werden", eine vierte sei geplant, berichtete eine Sprecherin der Uniklinik Düsseldorf.

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Wer sich von Kindern angezogen fühlt, kann bei einer Therapie Hilfe bekommen.

Quelle: dpa/Symbolbild

Düsseldorf. Als Präventionsprojekt werden dort ausschließlich Patienten behandelt, die noch nicht straffällig geworden sind. "Für die anderen, das sogenannte Hellfeld, gibt es andere Angebote", sagte die Kliniksprecherin. Insgesamt hätten in den zwei Jahren 681 Menschen Hilfe und Rat gesucht. 125 seien aus dem Hellfeld gewesen, außerdem seien auch Angehörige und andere Mediziner vorstellig geworden. Die Aktion "Kein Täter werden" war im Kampf gegen den Kindesmissbrauch 2005 an der Berliner Charité entstanden.

Das Projekt ("Lieben Sie Kinder mehr als ihnen lieb ist?") hatte über Plakate Pädophile ermutigt, sich rechtzeitig in Behandlung zu begeben. Danach wurden auch in Hamburg, Kiel, Hannover, Regensburg, Leipzig und Stralsund Anlaufstellen eingerichtet.

Sexueller Missbrauch von Kindern lässt sich Sexualmedizinern zufolge durch eine gezielte Therapie pädophiler Männer eindämmen, als heilbar gilt die Neigung allerdings nicht. Mit der Therapie wollen die Ärzte bei den Patienten das Mitgefühl mit Kindern als Opfer fördern, ihre Selbstkontrolle stärken und Wahrnehmungsstörungen mindern.

Die Charité geht davon aus, dass in Deutschland rund 200.000 Männer aus allen Altersgruppen und Bildungsschichten pädophile Neigungen haben. In Nordrhein-Westfalen registrierte die Polizei im vergangenen Jahr 2274 Fälle sexuellen Kindesmissbrauchs - das war ein deutlicher Rückgang um 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

dpa/no

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