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Patientenwunsch rechtfertigt keine Fehlbehandlung

Gerichtsurteil Patientenwunsch rechtfertigt keine Fehlbehandlung

Auch wenn ein Patient ausdrücklich eine Behandlung wünscht, die gegen medizinische Standards verstößt, muss ein Arzt diese ablehnen. Behandelt er den Patienten trotzdem wider besseren Wissens falsch, muss er für Fehler haften. Das hat das Oberlandesgericht Hamm nun entschieden.

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Eine Patientin setzte ihren Behandlungswunsch durch. Für den Schaden, den sie durch die ungeeignete Zahnbehandlung erlitt, muss nun der behandelnde Arzt aufkommen.

Quelle: Markus Scholz/dpa (Symbolbild)

Hamm/Herne. Ein Arzt muss eine vom Patienten gewünschte Behandlung laut einem Urteil des Oberlandesgerichts Hamm ablehnen, wenn diese gegen medizinische Standards verstößt. Auch eine umfassende Aufklärung über mögliche Folgen rechtfertige keine Fehlbehandlung. Mit dem am Montag veröffentlichten Urteil (Az.: 26 U 116/14) gab das Gericht einer 50-jährigen Frau aus Herne in zweiter Instanz Recht, die ihren Zahnarzt auf Schmerzensgeld und Schadenersatz verklagt hatte.

Arzt ließ sich von fachgerechter Therapie abbringen

Die Patientin war 2010 mit dem Wunsch nach einer Sanierung ihrer Vorderzähne zu dem Arzt in Herne gekommen. Der Zahnmediziner stellte jedoch eine Störung ihrer Kiefergelenke fest, die er zuerst behandeln wollte. Doch von dieser fachgerechten Therapie ließ er sich abbringen, weil die Patientin zunächst die Behandlung der Frontzähne verlangte. Die Kieferprobleme blieben unbehandelt und wurden durch die verfrühte Zahnsanierung schmerzhaft.

Mit dem rechtskräftigen Urteil vom 26. April gab das Oberlandesgericht der Klägerin in der Sache recht. Dass der Zahnarzt die Patientin über die möglichen Folgen informiert habe, rechtfertige die Fehlbehandlung nicht. Ob die Klägerin tatsächlich die geforderten 25.000 Euro Schmerzensgeld sowie mehr als 20.000 Euro Schadenersatz erhält, wird in einem gesonderten Verfahren entschieden.

dpa/RND

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