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Raucher haben nach Nikotinverzicht weniger Angst

Studie Raucher haben nach Nikotinverzicht weniger Angst

Raucher haben nur mit dem Glimmstängel in der Hand ein natürliches Angstverhalten. Wenn sie aber den Nikotinkonsum einige Zeit einstellen, fürchten sie sich weniger und reagieren auch emotionsloser auf Schockbilder als Nichtraucher.

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Raucher haben nach Nikotinverzicht weniger Angst. Das ist das Ergebnis einer Studie der Universität Bonn.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Bonn. Das berichtete die Universität Bonn am Dienstag. Ein Forscherteam stellte bei Rauchern nach längeren Zigarettenentzug eine verminderte Aktivität des „Furchtzentrums“ im Gehirn fest. Nach einer zwölfstündigen Abstinenz war bei Nikotinsüchtigen dieses Zentrum (Amygdala) weitgehend außer Kraft gesetzt.

„Die Aktivität des Furchtzentrums war bereits nach wenigen Stunden Enthaltsamkeit im Vergleich zu vorher stark herabgesetzt“, berichtete der Neurologe und Erstautor der Studie, Özgür Onur von der Universitätsklinik Köln. „Bilder von ängstlichen Menschen waren ihnen schlicht egal.“

Bei Rauchern zeigten sich wie bei Nichtrauchern zunächst keine Unterschiede bei der Verarbeitung von Emotionen, wenn ihnen Bilder mit ängstlichen Gesichter gezeigt worden seien, erläuterte Onur. Erst mit der Enthaltung ändert sich bei den Rauchern das Bild und die natürliche Reaktion. Onur erklärt das Risiko: „Angst ist ein archaischer Trieb und schützt uns davor, Gefährliches zu tun.“

Dieses natürliche Reaktionsmuster zeigten seit kurzem enthaltsame Raucher nicht. Sie fürchteten sich auch nicht vor den Folgen des Rauchens. „Offenbar sind sie gedanklich in ihrer Sucht gefangen und sind dann weniger empfänglich für Angst einflößende Reize“, erklärte Onur. „Raucher brauchen offenbar das Nikotin, um die Normalfunktion ihrer Amygdala aufrecht zu erhalten.“

René Hurlemann vom Bonner Universitätsklinikum bezweifelt nach der Studie, dass die in den USA geplanten und auch in der EU in Erwägung gezogenen Schockbilder von Raucherlungen und Tumoren auf Zigarettenpackungen bei der Mehrzahl der Süchtigen eine große Wirkung haben wird. „Wer mit dem Rauchen aufhört, bei dem ist die Aktivität des Furchtzentrums so weit herabgesetzt, dass er wenig empfänglich für die abschreckenden Fotos ist.“ Bei Nichtrauchern sei die Amygdala hingegen aktiv, die schockierenden Bilder würden deshalb bei ihnen ihre Wirkung nicht verfehlen.

An der Studie waren Wissenschaftler der Universitäten Bonn und Köln sowie der Charité in Berlin beteiligt. Es nahmen 28 langjährige, jüngere Raucher und ebenso viele Nichtraucher teil. Ihnen wurden Fotos von fröhlichen, angsterfüllten und neutralen Gesichtern gezeigt.

dpa

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