15°/ 11° stark bewölkt

Navigation:
Abo bestellen HAZ-Shop HAZ Media Store AboPlus HAZ Service
Wie wird man eigentlich Astronaut?
Mehr aus Wissen

Extravgante Berufe Wie wird man eigentlich Astronaut?

Irgendwie schien er nicht von dieser Welt, dieser singende Astronaut Chris Hadfield mit Bowies "Space oddity". Doch es ist alles ganz irdisch. Auch angehende Astronauten müssen sich bewerben und dann in die Ausbildung, erzählt Reinhold Ewald, der selbst im All war.

Voriger Artikel
WHO will frühere Behandlung bei HIV
Nächster Artikel
Namibische Buschleute erforschen Urmenschen

Astronaut Reinhold Ewald während des Trainings für das russische Sojus-TM-25-Weltraumprojekt in Rußlands Raumfahrtzentrum Star City im Jahr 1997.

Quelle: dpa

Köln. Abenteuerlust darf ein Astronaut schon mitbringen, aber die allein reiche als Motiv für eine so lange Marsmission nicht aus, meint der deutsche Raumfahrer Reinhold Ewald. "Solche Leute würden schon auf dem Weg zum Mars an ihrer Entscheidung zweifeln, weil es so lange dauert", sagte er zum Weltkongress der Astronauten in Köln (1.-5. Juli) im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

Bei dem Kongress der Astronautenvereinigung ASE (Association Space Explorers) tauschen sich 80 Astronauten über laufende Projekte aus. Nach ihrem Treffen in Köln besuchen sie Schulen und Unis in Deutschland, Schwerpunkt ist Nordrhein-Westfalen.

Astronaut ist ein besonderer Beruf. Aber bei der Frage, wie wird man Astronaut, ist er gar nicht so weit weg von anderen Jobs: Bewerbung, hartes Auswahlverfahren, und wenn man zu den wenigen Glücklichen gehört - dann die Ausbildung.

Besonders in der Frühzeit der Raumfahrt hätten Astronauten die Bereitschaft zum Risiko haben müssen. "Sie mussten unter großer körperlicher Belastung und unter Stress funktionieren", sagte Ewald - auch wenn manchmal Angst dabei war. Das habe sich in der Zeit der Internationalen Raumstation ISS etwas verändert.

Auf der ISS gehe es vor allem um Teamfähigkeit. Weniger der Einzelkönner, der brilliert, sei gefragt, sondern viel mehr die Gemeinschaftsleistung. Die Talente an Bord könnten nur "zusammen zu 120-prozentigem Erfolg führen", sagte Ewald, ein ASE- Vorstandsmitglied.

Der Physiker ist einer von bisher zehn deutschen Astronauten. 1997 verbrachte Ewald 18 Tage in der russischen Station, wo er die Experimente früherer "Mir"-Missionen fortsetzte.

Beruf: Astronaut. Diese Vorstellung hat noch immer etwas Faszinierendes. Als die Europäische Raumfahrtagentur 2009 sechs Astronauten suchte, bewarben sich 8500 Kandidaten mit den notwendigen Voraussetzungen: In der Regel Ingenieure und erfahrene Test- oder Verkehrspiloten. Hoch qualifizierte Leute. Körperlich fit müssen sie sein, die Astronauten, damit Wehwehchen nicht von den eigentlichen Zielen ablenken.

Wer den Zuschlag bekommt, geht in die Astronauten-Ausbildung. Die dauert dreieinhalb Jahre: Das Basistraining vermittelt Grundlagen der Raumfahrt und der Triebwerkstechnik. Alle werden auf einen Stand gebracht: "Das sind Theorie, ein paar Demonstrationen, damit man die verschiedenen Raumfahrzeuge mal sieht - oder man besucht auch mal einen Start - warum nicht", sagte Ewald. Und immer wieder gibt es Fitnesstraining.

In den letzten zwei Jahren wird es ernst, die angehenden Astronauten bereiten sich auf ihre Aufgaben im All vor: "Das kann ein Außenausstieg sein, ein schwieriges wissenschaftliches Experiment, oder eine Reparatur", erklärte Ewald.

dpa

Voriger Artikel Voriger Artikel
Nächster Artikel Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Sorge auf Raumstation
Wasser im Helm hat einen Außeneinsatz an der ISS gestoppt.

Abruptes Ende eines All-Einsatzes: Der Italiener Parmitano klagt über Wasser im Helm - und wird sofort zurück in die Raumstation ISS beordert. Eine intensive Suche nach dem Leck beginnt.

mehr
Anzeige
Kennen Sie diese Sätze, die Geschichte machten?
Anzeige