Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Wissen Raketenstart gelingt im zweiten Anlauf
Nachrichten Wissen Raketenstart gelingt im zweiten Anlauf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:43 28.04.2016
Erfolgreich abgehoben: Die Sojus-Rakete am neuen russischen Weltraumbahnhof Wostotschny. Quelle: dpa
Anzeige
Wostotschny

Erstmals ist von Russlands neuem Weltraumbahnhof Wostotschny im Fernen Osten eine Rakete ins All gestartet. Das russische Staatsfernsehen zeigte am Donnerstagmorgen, wie die Sojus-2.1a mit drei Satelliten an Bord um 4.01 Uhr MESZ (11.01 Uhr Ortszeit) nahe der chinesischen Grenze abhob.

Gespannt verfolgten Experten auf dem Kosmodrom die Flugbahn und die technischen Daten.

Zur Galerie
Spektakulär: Die erste Rakete hat erfolgreich vom neuen russischen Weltraumbahnhof Wostotschny abgehoben. Für die Premiere ist der russische Präsident Wladimir Putin eigens in den fernen Osten des Landes gereist.

Die Rakete flog zunächst über das kaum besiedelte Nordsibirien und sollte später die Satelliten in die Erdumlaufbahn bringen.

Putin eigens angereist

Präsident Wladimir Putin war zum Erststart eigens aus dem rund 8000 Kilometer entfernten Moskau angereist. Ursprünglich sollte die Rakete schon am Mittwoch abheben, ein defektes Ventil verhinderte dies aber.

Zu Ehren des russischen Raumfahrtpioniers Juri Gagarin hatten die Hersteller der Sojus die Rakete mit einem riesigen Konterfei des ersten Menschen im All verziert. Das Porträt des Kosmonauten, der vor 55 Jahren - am 12. April 1961 - gestartet war, klebte als schemenhaftes blau-weißes Logo auf der Außenwand der Rakete.

Sechs Jahre Bauzeit

Die Inbetriebnahme von Wostotschny, 9000 Kilometer östlich von Moskau, gilt nicht nur für die russische Raumfahrt als Meilenstein. Künftig sollen von dort auch Astronauten der US-Raumfahrtbehörde Nasa und der Europäischen Raumfahrtagentur Esa starten. An Wostotschny hatte Russland gut sechs Jahre lang gebaut. Es ist der erste zivile Weltraumbahnhof auf russischem Territorium. Das Kosmodrom war die größte Baustelle Russlands, in deren Zusammenhang es massive Korruptionsvorwürfe gab. Insgesamt soll der Bau umgerechnet bis zu 5,3 Milliarden Euro gekostet haben.

Die Raumfahrtnation will sich damit auch unabhängig machen von ihrem Kosmodrom Baikonur, das sich seit dem Zerfall der Sowjetunion 1991 in der Republik Kasachstan befindet. Russland zahlt für Baikonur noch bis 2050 jährlich rund 100 Millionen Euro Pacht.

dpa/afp/zys

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Alle vier Jahre analysieren Forscher, wie Deutschlands Jugend so tickt. Das Ergebnis dieses Mal: Die Jugendlichen sind strebsam, pragmatisch und fast schon überangepasst. "Man möchte sein wie alle", haben die Sozialwissenschaftler herausgefunden.

26.04.2016
Wissen Vierter Satellit im All - Europa verstärkt Erdbeobachtung

Nach drei Verschiebungen ist es geglückt: Europas Raumfahrtagentur Esa hat wieder einen Erdbeobachtungssatelliten ins All geschossen. Das "Copernicus"-Programm zählt zu den ambitioniertesten Projekten.

26.04.2016
Wissen Crispr ermöglicht einfache Manipulation - Ist das noch Gentechnik?

Äußerlich sind genetisch verändertes Obst und Getreide nicht mehr von normalen Züchtungen zu unterscheiden. Ist das dann noch Gentechnik? Die Industrie meint: Nein. Gentechnik-Gegner sind alarmiert.

Carola Böse-Fischer 28.04.2016
Anzeige