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Schavan: Doktortitel darf nicht zu Statussymbol verkommen
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Universitäten Schavan: Doktortitel darf nicht zu Statussymbol verkommen

Universitäten sollen sich selbstkritisch mit den jüngsten Plagiatsfällen auseinanderzusetzen und darauf achten, dass der Doktortitel nicht zu einem Statussymbol verkommt - so lautet die Forderung von Bundesforschungsministerin Annette Schavan.

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Quelle: dpa

Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) hat die Universitäten aufgefordert, sich selbstkritisch mit den jüngsten Plagiatsfällen auseinanderzusetzen und den Doktortitel nicht zu einem Statussymbol verkommen zu lassen. „Man kann den Universitäten nur raten, sehr bewusst und selbstkritisch mit dem Thema umzugehen und nicht auf eine möglichst hohe Zahl von Titelvergaben zu zielen“, sagte Schavan der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (F.A.S.). Der Doktortitel müsse „Ausdruck einer wissenschaftlichen Qualifikation und nicht ein Statussymbol oder Titelhuberei sein“.

Nach dem ehemaligen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) war in der vergangenen Woche auch der FDP-Europaabgeordneten Silvana Koch-Mehrin der Doktortitel wegen massiver Plagiate aberkannt worden. Weitere Verdachtsfälle unter Politikern von Union und FDP werden von Universitäten geprüft.

Die Universitäten müssten das Thema „für sich klären und Transparenz schaffen“, forderte Schavan. „Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass da jetzt ein paar Fälle aufgefallen sind, das Ganze aber ein zu vernachlässigendes Phänomen an der Universität ist.“ Politischen Handlungsbedarf sieht die Ministerin nicht. Das sei ein klassisches Beispiel für die Souveränität der Wissenschaft. „Da soll sich die Politik nicht einmischen.“

Koch-Mehrin ist nach F.A.S.-Angaben inzwischen auch aus den Reihen der Liberalen nahegelegt worden, ihr Mandat im Europaparlament eventuell dranzugeben. Der forschungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Bundestag, Martin Neumann, sagte der Zeitung, die FDP-Politikerin solle „durchdenken, welche Verantwortung sie dem Mandat gegenüber hat“. Koch-Mehrin hat Spitzenämter im Europaparlament bereits geräumt. Nach Meinung der FDP-Parteispitze steht ihr Abgeordnetenmandat aber nicht zur Disposition; das wurde am Samstag in Parteikreisen bestätigt.

Eine Plagiatsdebatte gibt es auch um die Doktorarbeit der FDP-Politikerin Margarita Mathiopoulos. Die Universität Bonn will die Doktorarbeit der Unternehmerin nach Angaben eines Sprechers aber nicht erneut prüfen. Das hatte die Uni schon 1991 getan. „Damals hat man festgestellt: Bei allen Bedenken, die man haben mag, reicht es nicht, ihr den Titel abzuerkennen“, sagte Uni-Sprecher Klaus Herkenrath der Nachrichtenagentur dpa. Für eine neue formelle Prüfung müsse es einen belastbaren Hinweis dafür geben, dass die Politikwissenschaftlerin die Arbeit nicht selbst geschrieben habe. Die Plagiatsfahnder von Vroniplag machen laut „Tagesspiegel“ (Samstag) geltend, mehr als 30 Prozent der 25 Jahre alten Dissertation seien Plagiate.

dpa/jhf

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Erst traf es den früheren CSU-Verteidigungsminister Guttenberg, jetzt die FDP-Europapolitikerin Koch-Mehrin. Auch sie muss ihren Doktortitel zurückgeben, weil sie abgeschrieben hat. Sie reagierte ungehalten auf die Entscheidung der Heidelberger Universität.

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