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15:16 13.08.2011
Die Spanische Wegschnecke ist auf dem Vormarsch. Quelle: dpa
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Berlin

Der triefnasse Sommer bringt eine Schneckenflut in Deutschlands Gärten mit sich. „Sagen wir mal, es ist ein guter Schneckensommer“, sagt Julian Heiermann, Zoologe vom NABU Deutschland. Thomas Wagner vom Bundesverband Deutscher Gartenfreunde (Berlin) äußert sich drastischer: „Im Frühsommer war es noch eine gefühlte Plage, aber mittlerweile ist die Plage echt.“

Vor allem die eingewanderte Spanische Wegschnecke breitet sich derzeit munter aus. Den orangefarbenen Tieren schmeckt fast alles Gemüse und Grünzeug und sie vermehren sich mit bis zu 400 Eiern pro Jahr rasant. „Und sie haben bei uns keine natürlichen Feinde“, erläutert Wagner. Igel, Störche, Spitzmäuse oder Reiher, sonst bewährte Schnecken-Räuber, verschmähen die Spanische Wegschnecke wegen ihres besonders zähen, bitteren Schleims.

Aber auch heimische Nacktschnecken-Arten, wie die grau-schwarze Ackerschnecke oder die gelblich-graue bis braune Gartenwegschnecke, machen vielen Gärtnern derzeit Ärger.

Anders ist es bei den Gehäuseschnecken, etwa den verbreiteten Schnirkelschnecken. „Die sollte man in Frieden lassen. Sie richten keinen Schaden an, denn sie ernähren sich fast ausschließlich von abgefallenem Laub“, sagt Wagner. Damit, so betont auch NABU-Experte Heiermann, sind die Schnecken überaus wichtig für den Garten. “Ähnlich wie Regenwürmer machen sie aus abgestorbenem Pflanzenmaterial Humus.“ Außerdem sind Schnecken wichtig als Nahrung für andere Gartentiere. „Das selten gewordene Glühwürmchen etwa ernährt sich speziell von Schnecken.“ Die eindrucksvolle Weinbergschnecke steht zudem unter Naturschutz - und frisst bevorzugt Nacktschnecken-Gelege.

Um Salat, Erdbeeren oder wertvolle Stauden zu retten, ist nach Auffassung Wagners das Einsammeln der Nacktschnecken die Methode der Wahl. Auch Schneckenzäune seien wirksam, jedoch auch teuer und nur für kleine Beete sinnvoll. Hausmittel wie das Verstreuen von Kaffeesatz oder Barrieren aus Sägemehl oder Streukalk hingegen wirken kaum und nicht jeder Gärtner mag zu Chemie in Form von Schneckenkorn greifen. „Allerdings ist dann die Frage, was man mit den Tieren macht, die man frühmorgens oder am Abend eingesammelt hat“, sagt Wagner. Die Methode „In die Tüte und in die Tonne“ sei Tierquälerei, weil die Schnecken ersticken. Da sei ein beherzter Schnitt mit der Gartenschere oder das Überbrühen mit heißem Wasser vorzuziehen. „Am sanftesten ist es natürlich, die Tiere zwei Kilometer weiter im Freien auszusetzen“. Dieses Vorgehen empfiehlt auch der NABU.

Von der altbewährten Bierfalle raten die Gartenfreunde ebenso wie der NABU eher ab: Sie lockt mit ihrem intensiven Duft nämlich selbst die Schnecken aus dem Nachbargarten an. Wer das Nacktschneckenproblem nicht selber lösen will, kann sich eine indische Laufente anschaffen: Die frisst selbst bittere Spanische Schnecken gerne. Teichbesitzer sollten dabei allerdings aufpassen. Die Laufente ist keine Schwimmente - sie ertrinkt im Wasser.

dpa

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