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Marderhunde sind auf dem Vormarsch

Schnelle Ausbreitung im Norden Marderhunde sind auf dem Vormarsch

Er wird nur selten gesichtet. Doch er ist da, inzwischen fast überall im Land: Der nachtaktive Marderhund frisst sich durch Niedersachsen.

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Marderhunde sind nicht nur zu Land, sondern auch im Wasser tierisch geschickt unterwegs.

Quelle: Michael Bahlo dpa/lni

Hannover. Der Marderhund breitet sich in Niedersachsen immer stärker aus. Noch nie wurden so viele Exemplare des nachtaktiven Allesfressers geschossen wie im abgelaufenen Jagdjahr. Landesweit wurden 2353 Tiere zur Strecke gebracht, 41 Prozent mehr als im Vorjahr, wie aus dem Landesjagdbericht 2014/2015 hervorgeht. Der starke Anstieg der Zahlen wird von Experten als Anzeichen dafür gewertet, dass sich die Marderhunde in Niedersachsen weiter massiv ausgebreitet haben.

Ursprünglich stammt das Tier aus Ostasien, es ist im östlichen Sibirien, im nordöstlichen China und Japan beheimatet. Mitte des vergangenen Jahrhunderts wurden in Westrussland und der Ukraine dann massenhaft Marderhunde als Pelztiere ausgesetzt.

Hohe Abschusszahlen

Seither befindet sich das Tier auf dem Vormarsch, auch nach Westen. Spätestens 1960 erreichte es Deutschland, 1962 wurde bei Börger im Emsland das erste Tier in Niedersachsen erlegt. Inzwischen hat der Marderhund sämtliche deutschen Bundesländer erreicht.

In Niedersachsen ist die Rasse am stärksten in den östlichen Landesteilen vertreten, darauf lassen die vergleichsweise hohen Abschusszahlen schließen. Die meisten Tiere wurden in den Landkreisen Lüneburg (372), Uelzen (332), Lüchow-Dannenberg (292) und Gifhorn (287) erlegt. Nur in einigen Landkreisen im Nordwesten wie Friesland, Wittmund oder der Wesermarsch sowie im Kreis Schaumburg wurden der Jagdstatistik zufolge noch keine Marderhunde zur Strecke gebracht.

Gefahr für heimische Tiere

Aufhalten lässt sich der Marderhund nach Ansicht von Fachleuten nicht. Die Tiere bekommen bis zu zwölf Junge pro Wurf, die jungen Marderhunde verlassen ihre Eltern schon nach wenigen Monaten und suchen sich dann eigene Reviere. Dabei breiten sie sich räumlich schnell aus und streifen weit umher.

Marderhunde können nachweislich Strecken bis zu 400 Kilometer überwinden, schreibt der Wildtierexperte Egbert Strauß im Landesjagdbericht. Da sie auch gut schwimmen können, stellen Gewässer für sie keine echten Hindernisse dar.

Artenschutz-Experten sehen in der Ausbreitung des Marderhundes Gefahren für heimische Tiere. So seien Wasservögel, Sumpfschildkröten oder seltene Amphibien von den Allesfressern bedroht.

dpa

Nachtaktiver Allesfresser und ausgezeichneter Schwimmer

Der Marderhund, der auch Enok genannt wird, hat sein Verbreitungsgebiet ursprünglich in Ostasien gehabt. Der nacht- und dämmerungsaktive Allesfresser hat ein grau-braunes Fell mit langen Haaren, wird bis zu 80 Zentimeter groß und bis zu 8,5 Kilogramm schwer. Seine gute Nase hilft dem Marderhund, Beute zu finden. Er frisst Würmer, Schnecken, Insekten, Amphibien, Fische, Eier, Vögel, kleine Säugetiere und Aas, aber auch Obst, Beeren, Kastanien, Eicheln, Nüsse, Graswurzeln, Maiskolben oder Rüben. Seine bevorzugten Lebensräume sind feuchte, unterholzreiche Laub- und Mischwälder, sumpfige Wiesen mit Gebüschen sowie Fluss- und Seeufer mit Röhrichtbeständen. Marderhunde können gut schwimmen, aber nicht klettern.

dpa

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