Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Wissen Siebenpunkt-Marienkäfer hat sich "bekrabbelt"
Nachrichten Wissen Siebenpunkt-Marienkäfer hat sich "bekrabbelt"
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:52 17.08.2015
Der Siebenpunkt-Marienkäfer ist doch nicht vom Aussterben bedroht, wie in den vergangenen Jahren befürchtet. Quelle: Ronald Wittek
Anzeige
Mainz

Coccinella septempunctata, wie der heimische kleine rote Krabbler wissenschaftlich heißt, sei fast verschwunden gewesen, sagte der Sprecher des Bundesfachausschusses Entomologie (Insektenkunde) beim Naturschutzbund Deutschland (Nabu), Werner Schulze. „Jetzt hat sich der Siebenpunkt bekrabbelt, er wird wieder regelmäßiger beobachtet.“

„Der Siebenpunkt ist gerettet, er scheint die Attacke überstanden zu haben.“ Entsprechende Beobachtungen höre er von seinen Kollegen in ganz Deutschland, sagte Schulze. Anders sieht das beim Zweipunkt-Marienkäfer (Adalia bipunctata) aus, der den Angaben nach früher fast noch häufiger war als der Siebenpunkt, nun aber sehr selten geworden ist.

Die ersten Nachweise des Asiatischen Marienkäfers (Harmonia axyridis) in Deutschland reichen dem Experten zufolge in das Jahr 2002 zurück. „Zwei Jahre danach ging das dann rasend schnell.“ Bald waren nur noch die aus Ostasien stammenden Käfer zu sehen, die wegen ihres vielfarbigen Aussehens auch als Harlekin-Marienkäfer bezeichnet werden. Diese dringen im Winter auch in Häuser ein.

Auch die Zukunft des Siebenpunkt-Marienkäfers sieht gut aus. Forscher des Julius Kühn-Instituts (JKI) in Kleinmachnow hatten in einer Studie mit Klimakammern herausgefunden, dass er bei höheren Temperaturen stärker zunimmt als sein Konkurrent aus Asien. „Wir konnten feststellen, dass unser heimischer Siebenpunkt-Marienkäfer unter erhöhten Temperaturen mehr frisst als unter derzeit normalen Temperaturbedingungen. Er nimmt mehr an Körpermasse zu und bildet höhere Fettkörpergehalte“, berichtete Sandra Krengel. „Harmonia axyridis hingegen frisst zwar auch mehr, aber sowohl Körpergewicht als auch Fettkörpergehalte stagnieren bei ihm.“ Die Ergebnisse zeigen nach Auskunft des Instituts, dass der asiatische Käfer zumindest nicht mehr Vorteile aus dem Klimawandel zieht.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

El Niño ist schon im Gange. Höhere Temperaturen im Pazifik sorgen in Südostasien für Dürren und Waldbrände. Experten warnen: Es könnte noch schlimmer werden als in der verheerenden Saison 97/98.

16.08.2015
Wissen Abheben für die Wissenschaft - Forscher hilft Graugänsen beim Fliegen

Mit einer Hupe und einem Ultraleichtflugzeug unterstützt Michael Quetting junge Graugänse beim Fliegenlernen. Denn die Tiere sollen mit Hilfe von Sensoren fleißig Daten sammeln - das könnte aus Sicht des Forschers sogar bei der Wettervorhersage helfen.

16.08.2015
Wissen Hasenkopf-Kugelfisch - Giftige Invasion im Mittelmeer

Der Hasenkopf-Kugelfisch kommt eigentlich aus den Tropen. Doch über den Suez-Kanal ist er inzwischen bis ins westliche Mittelmeer vorgedrungen. Sein Biss kann Metall durchschlagen – und sein Gift kann töten.

14.08.2015
Anzeige