Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Wissen Smog in China erreicht Spitzenwerte
Nachrichten Wissen Smog in China erreicht Spitzenwerte
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:27 30.11.2015
Smog erreicht Spitzenwerte: In Beijing und anderen Regionen Chinas tragen viele Menschen Atemschutzmasken, wenn sie for die Tür gehen. Quelle: EPA/HOW HWEE YOUNG
Anzeige
Peking

Verheerender Smog schnürt Zig-Millionen Menschen in Peking und anderen Regionen Nordchinas die Luft ab. Erstmals in dieser Jahreszeit musste die chinesische Hauptstadt die zweithöchste Alarmstufe "Orange" ausrufen. Die Behörden forderten die mehr als 20 Millionen Pekinger am Montag auf, wegen der hohen Schadstoffbelastung nicht vor die Tür zu gehen. Schulen und Kindergärten stoppten Freiluft-Aktivitäten. Fabriken sollten die Produktion herunterfahren.

Grenzwert um das 24-Fache überschritten

Während Staats- und Parteichef Xi Jinping in Paris am Auftakt der Weltklimakonferenz teilnahm, hüllte der dichte Smog außer Peking auch noch die Nachbarmetropole Tianjin und fünf nordchinesische Provinzen Hebei, Shandong, Henan, Shanxi und Shaanxi ein. Der Index der US-Botschaft für den tückischen Feinstaub mit weniger als 2,5 Mikrometer Durchmesser (PM2,5) kletterte in der Hauptstadt auf über 600 Punkte. Damit wurde der Grenzwert der Weltgesundheitsorganisation (WHO) um das 24-Fache überschritten.

Während unter 500 schon vor "gefährlicher" Luft gewarnt wurde, kommentierte die Webseite der US-Botschaft die weiter steigenden Werte erst mit "verrückt schlimm", dann mit "Oh mein Gott" und schließlich mit "Flüchte nach Bali!". In der Stadt Baoding in der Nachbarprovinz Hebei wurden sogar Werte von 848 für die gefährlichen Feinpartikel erreicht.

Risiko für die Gesundheit

Ärzte warnen, dass Feinstaub direkt ins Blut gehen und Krebs erregen kann. Die hohen Schadstoffbelastungen schwächten auch grundsätzlich das Immunsystem und erleichterten den Ausbruch von Atemwegsproblemen oder auch Herz- und Kreislauferkrankungen.

Trotz der extremen Belastung wollten die Pekinger Behörden aber die höchste Alarmstufe "Rot" nicht ausrufen. ""Orange" beinhaltet bereits viele Zwangsmaßnahmen, um den Schadstoffausstoß zu reduzieren", argumentierte Direktor Wang Bin vom Umweltschutzamt Pekings laut Medienberichten. "Es sollte weitreichende Auswirkungen haben, wenn diese Maßnahmen ernsthaft umgesetzt werden."

Kritik aus der Bevölkerung

Bei "Rot" würden Fahrverbote erlassen und Schulen geschlossen, "so dass "Orange" weniger Beeinträchtigungen für die einfachen Bürger bedeutet", fand Wang Bin. Auch seien Mitte der Woche schon Wind und günstige Wetterbedingungen zu erwarten, so dass der Smog weggeblasen würde. Die Untätigkeit stieß aber auf Kritik von Internetnutzern: "Die einzige Gegenmaßnahme ist, dass der Wind bläst."

"Die Regierung tut nicht genug, um die Luft zu verbessern", sagte die 35-jährige Zhang Li. Vielleicht gebe es Begrenzungen für Schadstoffe durch schwer verschmutzende Fabriken, aber diese müssten auch wirklich ernsthaft umgesetzt werden. "Das einzige, was die Behörden tun, ist, davor zu warnen, vor die Tür zu gehen", sagt sie. "Das ist nicht wirklich eine effektive Art, um gegen Smog anzugehen."

Von Andreas Landwehr

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Wissen Trotz internationaler Proteste - Japans Walfänger zurück in der Antarktis

Ungeachtet internationaler Proteste kehren Japans Walfänger in die Antarktis zurück, um Jagd auf Zwergwale zu machen. Der Walfangplan sieht dieTötung von 333 Tieren vor.

30.11.2015

Ein Wald in Polen verblüfft mit Hunderten gebogenen Bäume: Ist das Zauberei? Oder sind Magnetfelder schuld? Geografen aus Mecklenburg-Vorpommern haben eine andere Theorie, warum die Kiefer dort so krumm gewachsen sind.

29.11.2015

Liegt die legendäre Pharaonengattin Nofretete in einer geheimen Kammer neben Tutanchamun begraben? Im Tal der Könige Ägyptens mehren sich Hinweise auf eine sensationelle Entdeckung. Radaranalysen im Grabmal des Pharaos haben die Hoffnungen von Archäologen bestärkt, dass sich hinter den Mauern ein weiteres Grab befinden könnte.

29.11.2015
Anzeige