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Auch Deutschland ist Tornado-Land

Wetterphänomen Auch Deutschland ist Tornado-Land

Tornados sind gar nicht so selten in Deutschland. Vor allem in der sommerlichen Gewittersaison entstehen dutzende dieser rotierenden Luftwirbel – und einige entwickeln eine große Zerstörungskraft. Verglichen damit endete der Wirbelsturm in Hamburg beinahe glimpflich.

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Der Deutsche Wetterdienst spricht von einer "Luftsäule mit Bodenkontakt, die um eine mehr oder weniger senkrecht orientierte Achse rotiert".

Quelle: Hein-Godehart Petschulat

Hamburg. Im englischen Sprachraum ist von "Twister" die Rede, in unseren Breiten heißt das gewaltige Naturphänomen, das wohl im Hamburger Osten gewütet hat, Tornado. Der Deutsche Wetterdienst spricht von einer "Luftsäule mit Bodenkontakt, die um eine mehr oder weniger senkrecht orientierte Achse rotiert".

Tornados sind kein neues Unwetter-Phänomen in Norddeutschland. Bereits in der Vergangenheit haben sie immer wieder gewütet: in Bützow, auf Sylt, in Bad Bramstedt, Norderstedt, Basedow, Laatzen und zuletzt in Hamburg.

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Nach Einschätzung des Deutschen Wetterdiensts (DWD) bilden sich bundesweit pro Jahr dutzende dieser rotierenden Luftwirbel, davon im Durchschnitt um die zehn mit größerer Zerstörungskraft. Auch wenn dies noch nichts im Vergleich zur berühmt-berüchtigten "Tornado-Allee" im Mittleren Westen der USA mit ihren extremen Wirbelstürmen ist, gab es hierzulande vereinzelt bereits erhebliche Verwüstungen und sogar Tote.

Eine Schneise der Verwüstung

2004 zog ein Tornado eine Schneise der Verwüstung durch Micheln und Trebbichau in Sachsen-Anhalt und beschädigte 275 Häuser, wobei elf Menschen verletzt wurden. 2006 riss ein verheerender Tornado im Süden Hamburgs drei Baukräne um und tötete zwei Menschen.

Im vorigen Jahr traf es Bützow in Mecklenburg-Vorpommern, es gab 31 Verletzte. Verglichen damit endete der örtliche Wirbelsturm vom Dienstagabend über dem Hamburger Osten beinahe schon glimpflich. Er deckte lediglich Dächer ab, riss Funkantennen von Häusern und warf Bäume um. Verletzte aber waren der Feuerwehr zufolge nicht zu beklagen.

So entstehen Tornados

Solche Wirbelstürme können bei extremen Temperaturunterschieden entstehen, wenn sich große Gewitterwolken über einer Schicht aufgeheizter Luft bilden. Hinzu kommen starke Winde, die mit der Höhe ihre Richtung ändern. Die Kaltluft stürzt von oben herab, eine Warmluft-Säule schraubt sich immer schneller nach oben.

Windhose oder Wasserhose?

Dieser Luftschlauch kann einen Durchmesser von mehr als einem Kilometer und Windgeschwindigkeiten von mehreren hundert Kilometern pro Stunde erreichen. Wo er auf den Boden trifft, reißt er alles in die Höhe. Häuser stürzen ein, Autos wirbeln durch die Luft. Zieht der Tornado über Land ist auch von Windhose die Rede, zieht er über große Gewässer von Wasserhose.

Gerade im Mittleren Westen der USA trifft häufig trockene, kalte Luft aus dem Norden mit feuchter, warmer Luft aus dem Golf von Mexiko zusammen. Daher wird diese Region auch "Tornado Alley" genannt. Da solche Luftmassenunterschiede in Mitteleuropa seltener sind, gibt es hier auch weniger Tornados.

"Mini-Tornado" über Laatzen

Am Montagabend sorgte ein YouTube-Video einens vermeintlichen Tornados über Laatzen für Aufsehen. "Das Wetterphänomen auf dem Video scheint ein sogenannnter Funnel (deutsch: Trichterwolke) zu sein. Hierbei handelt es sich quasi um die Vorstufe zu einem Tornado", erklärte Micha Gryschka, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Institut für Meteorologie und Klimatologie (IMUK) der Universität Hannover. Die Wolke markiere bereits einen trichterförmigen Wirbel, der sich aus einer dunklen Gewitterwolke nach unten dreht, aber noch keine Bodenkontakt hat und sich auch schnell wieder auflöst.

dpa/afp/RND/are

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