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Wie gefährlich ist Glyphosat?

Unkrautvernichtungsmittel unter Verdacht Wie gefährlich ist Glyphosat?

Glyphosat ist der weltweit am meisten eingesetzte Wirkstoff in Pflanzenschutzmitteln. Es ist aber auch umstritten: Die WHO stuft Glyphosat als wahrscheinlich krebserregend ein, eine EU-Behörde sieht dagegen keine Bedrohung. Nun erwägt die EU die Zulassung von Glyphosat zu verlängern – bis 2031.

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Glyphosat ist das deutschland- und weltweit am meisten verkaufte Pestizid. In einem Jahr dürfen auf derselben Fläche maximal 3,6 Kilogramm Glyphosat pro Hektar ausgebracht werden.

Quelle: dpa

Parma. Die weitere Zulassung des umstrittenen Pflanzenschutzmittels Glyphosat beschäftigt am Dienstag einen EU-Fachausschuss. Vertreter der EU-Mitgliedstaaten sollen hinter verschlossenen Türen darüber abstimmen, ob das Mittel weiter zugelassen bleibt. Die Neuzulassung von Glyphosat steht offenbar auf der Kippe: Die aktuelle Genehmigung des Mittels läuft noch bis Ende Juni. Die EU-Kommission hat eine Neuzulassung bis zum Jahr 2031 vorgeschlagen. Mindestens vier Staaten lehnen das laut Diplomaten ab.

Schweden, Italien, Frankreich und die Niederlande waren am Montag nicht oder noch nicht zum Ja bereit. In den Niederlanden hatte sich das Parlament für ein Glyphosat-Verbot ausgesprochen. Der zuständige Staatssekretär Martijn van Dam sicherte daraufhin zu, die Regierung wolle auf eine Vertagung der Entscheidung dringen. Es seien weitere Untersuchungen nötig, um zu klären, ob das Mittel krebserregend sei. Auch Schweden will zusätzliche Klärung.

Bundesregierung hat sich noch nicht festgelegt

Zwölf der 28 EU-Staaten sind nach Angaben von Diplomaten für die Neuzulassung. Einige Hauptstädte wollen sich demnach bei einer Abstimmung enthalten. Auch die Bundesregierung hat sich bisher nicht festgelegt. Die Abstimmung der Ressorts laufe noch, sagte eine Sprecherin des Bundeslandwirtschaftsministeriums in Berlin.

Grundsätzlich sollte sich aus Sicht von Minister Christian Schmidt (CSU) die Politik nicht an die Stelle der Wissenschaft stellen, die keine unvertretbaren Risiken festgestellt habe. Schmidt prüfe aber, ob es bei diesem Pflanzenschutzmittel "für Profis" Einschränkungen für den privaten Gebrauch geben könnte.

WHO und EU kommen zu unterschiedlichen Bewertungen

Glyphosat ist das deutschland- und weltweit am meisten verkaufte Pestizid. Mögliche Gesundheitsgefahren des Mittels sorgen seit Jahren für heftigen Streit. Ob Glyphosat eine Gefahr für den Menschen darstellt, ist umstritten. Die Internationale Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation WHO (IARC) hatte das Mittel vergangenen Sommer als wahrscheinlich krebserregend eingestuft. Im November kam die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) hingegen zum Schluss, der Wirkstoff berge vermutlich keine Krebs-Bedrohung für den Menschen. Das entspricht der Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR).

Menschen kommen mit dem Herbizid über Lebensmittel, Trinkwasser oder etwa die Arbeit in der Landwirtschaft in Kontakt. In der Landwirtschaft und im Gartenbau wird Glyphosat vor der Aussaat zur Unkrautbekämpfung verwendet. Getreide und Raps darf in Deutschland unter bestimmten Umständen auch vor der Ernte damit behandelt werden. Dem Glyphosat werden oft andere Stoffe beigemischt, die das Eindringen des Wirkstoffes in die Pflanze erleichtern.

Diese Stoffe sind nach Einschätzung des BfR zum Teil giftiger als das Glyphosat selbst. In einem Jahr dürfen auf derselben Fläche maximal 3,6 Kilogramm Glyphosat pro Hektar ausgebracht werden. Dabei darf es maximal 2 Einsätze mit einem Abstand von mindestens 90 Tagen geben.

zys/dpa/afp

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