Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Wissen Sonde „Juno“ auf Reise zum Gasriesen Jupiter
Nachrichten Wissen Sonde „Juno“ auf Reise zum Gasriesen Jupiter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:08 06.08.2011
Die Sonde "Juno" macht sich auf den Weg zum Jupiter. Quelle: dpa
Anzeige
Washington

Der Jupiter bekommt Besuch von der Erde: An Bord einer „Atlas“-Rakete hob die Sonde „Juno“ am Freitag mit fast einer Stunde Verspätung vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral ab. Erst 2016 soll der Orbiter den größten Planeten unseres Sonnensystems erreichen, um ihn eingehend zu erforschen.

Nach Angaben der Weltraumbehörde Nasa hatte es kurz vor dem Start Probleme mit der Helium-Versorgung gegeben. Zudem tauchte plötzlich im Meer ein Boot in der Gefahrenzone von Cape Canaveral auf.

„Juno“ soll nach ihrer Ankunft in eine stark elliptische Umlaufbahn einschwenken, die über die Pole führt. 33 Mal - ein Jahr lang - wird die Sonde den Gasriesen umkreisen und sich dabei seinen äußersten Wolken auf bis zu 5000 Kilometer nähern. Bisher ist kein Raumfahrzeug Jupiter so nahe gekommen.

Die Wissenschaft erhofft sich von der 1,1 Milliarden Dollar (rund 770 Millionen Euro) teuren Mission nach Angaben von Nasa-Experten neue Aufschlüsse über die Entstehung des Sonnensystems. „Jupiter hat viele Geheimnisse“, sagte Scott Bolton, einer der leitenden Forscher der Mission. Die Nasa wolle die „Zutaten“ für seine Zusammensetzung erfahren und damit das „Rezept für die Entstehung von Planeten“.

"Juno" ist nicht die erste Sonde, die zum Jupiter fliegt

Jupiter hatte schon häufiger Besuch von der Erde. Unter anderem sammelten „Pioneer 10“ 1973 und die beiden „Voyager“-Sonden 1979 im Vorbeiflug Daten von dem Planeten. Die deutsch-amerikanische Weltraumsonde „Galileo“ flog um den Planeten herum, stürzte 2003 wie geplant in die Atmosphäre des Planeten und verglühte dort.

Jupiter ist mit einem Durchmesser von rund 143.000 Kilometern nicht nur der größte Planet - er hat auch am meisten Masse, mehr als doppelt so viel wie alle anderen sieben Planeten zusammen. Er ist außerdem der erste Planet, der sich nach der Entstehung der Sonne formte, das heißt, er verleibte sich den größten verbliebenen Teil an Staub und Gasen im frühen Sonnensystem ein. Das macht Jupiter nach Angaben der Nasa-Experten so besonders interessant: Seine Struktur könnte wichtige Hinweise auf die Ursprünge des Sonnensystems geben.

Die mit Solarenergie betriebene Sonde soll hauptsächlich den Wassergehalt in Jupiters Atmosphäre erkunden und herausfinden, ob der Planet einen festen Kern hat. Außerdem hat sie die Aufgabe, Jupiters Magnetfeld nahe den Polen zu erforschen.

Dass „Juno“ dem Gasplaneten so nahe kommt, hat seine Gefahren: Jupiters Strahlung ist extrem hoch, in unserem Sonnensystem übertrifft ihn nur die Sonne. Die Nasa hat daher die empfindlichen Instrumente der Sonde zum Schutz in einer Titan-Hülle verstaut. „Wir schicken praktisch einen bewaffneten Panzer zum Jupiter“, sagte Bolton. Hat „Juno“ ihre 33 Runden absolviert, will die Nasa die Sonde gezielt zum Absturz in den Planeten bringen.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Mehr zum Thema

Schmale, dunkle Strukturen auf der Marsoberfläche sollen Hinweise auf das Vorkommen salzigen Wassers sein. Mehrere Beobachtungen hätten saisonale Veränderungen im Gestein ergeben, berichten Forscher um Alfred McEwen von der University of Arizona im Journal "Science". Sie vermuten, dass in diesen Rinnen entlang steiniger Hänge Salzwasser fließt.

05.08.2011

Die Gestalt des Mondes erklärt sich möglicherweise durch die Kollision mit einem zweiten Erdtrabanten. Der Aufprall eines solchen Himmelskörpers könnte die bislang ungelöste Frage beantworten, warum sich die erdnahe Seite des Mondes so stark von der Rückseite unterscheidet.

03.08.2011

Jupiter bekommt Besuch: Eine Nasa-Sonde soll dem größten Planeten unseres Sonnensystems so stark auf die Pelle rücken wie keine andere zuvor und ihm tief ins Innere blicken. In der nächsten Woche wird die lange Reise zum Gasriesen voraussichtlich beginnen.

28.07.2011

30 bis 50 Prozent mehr Wespen: Die Zahl der Wespen in Niedersachsen wird in diesem Sommer voraussichtlich besonders hoch sein. Trotzdem besteht laut Nabu kein Grund zur Panik.

05.08.2011

Schmale, dunkle Strukturen auf der Marsoberfläche sollen Hinweise auf das Vorkommen salzigen Wassers sein. Mehrere Beobachtungen hätten saisonale Veränderungen im Gestein ergeben, berichten Forscher um Alfred McEwen von der University of Arizona im Journal "Science". Sie vermuten, dass in diesen Rinnen entlang steiniger Hänge Salzwasser fließt.

05.08.2011

Es weht eine steife Brise und trotzdem stehen die Windräder still. Schuld könnte ein unpräzise gearbeitetes Zahnrad sein. Denn für dieses Bauteil im XXL-Format gibt es bisher kein zertifiziertes Prüfverfahren. Das wollen Experten an der Bremer Uni nun entwickeln.

04.08.2011
Anzeige