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Nachrichten Wissen Mysteriöse Lassa-Fieber-Infektion in Frankfurt
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13:43 17.03.2016
Die elektronenmikroskopische Aufnahme zeigt Lassaviruspartikel aus Zellkulturen. Quelle: Bernhard-Nocht-Institut/dpa
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Frankfurt

Dem Frankfurter Lassa-Patienten geht es nach Auskunft seiner Ärzte sehr schlecht. Die Spezialisten der Uniklinik Frankfurt zeigten sich am Donnerstag aber optimistisch, dass er geheilt wird. Der Mann aus Alzey in Rheinland-Pfalz ist Mitarbeiter eines Bestattungsinstituts. Er hatte Kontakt mit der Leiche eines Ende Februar in der Kölner Uniklinik gestorbenen Lassa-Patienten.

Es sei weltweit der erste Fall einer Ansteckung außerhalb von Afrika, sagte René Gottschalk, der Leiter des Frankfurter Gesundheitsamts. Der genaue Übertragungsweg sei aber noch nicht aufgeklärt. "Ein einfacher Hautkontakt reicht sicher nicht", sagte Gottschalk. Als mögliche Wege des Erregers in den Körper nannte er die Bindehaut der Augen oder den Mund.

Ärzte sind optimistisch

In der Nacht zum Mittwoch war der Mann auf die Sonder-Isolierstation der Uniklinik gebracht worden. "Der Patient zeigt alle Zeichen einer schweren Virusinfektion", sagte der behandelnde Oberarzt, Timo Wolf. Da der Mann, von dem die Mediziner weder das Alter noch andere Informationen bekanntgaben, in einem sehr frühen Stadium nach Frankfurt gekommen sei, bestünden gute Heilungsaussichten. Nach Angaben des Klinikums wird er mit dem Medikament Ribavirin behandelt.

Die Uniklinik verfügt über eine Spezial-Isolierstation, auf der bereits 2006 ein Lassa-Patient und 2014 ein an Ebola erkrankter Patient erfolgreich behandelt worden waren.

Das Lassa-Fieber

  • Das Lassa-Fieber kommt vor allem in Westafrika vor. Die Erreger werden dort von einem Nagetier, der Natal-Vielzitzenmaus (Mastomys natalensis), übertragen. Der Erreger kann auch von Mensch zu Mensch weitergegeben werden. Benannt ist die in Deutschland meldepflichtige Erkrankung nach einer Stadt in Nigeria.
  • Dem Robert Koch-Institut zufolge verläuft die Infektion bei den meisten Menschen ohne Symptome oder mild. Hochrechnungen zufolge stecken sich jährlich 100.000 bis 300.000 Menschen mit dem Virus an, von denen 1 bis 2 Prozent sterben.
  • Die Krankheit beginnt grippeähnlich und ist nur schwer von anderen tropischen Erkrankungen zu unterscheiden. Zu den gefürchteten Folgen einer Infektion gehören innere Blutungen. Lassa-Fieber kann auch zu einem Schock und Organversagen führen.
  • Die Inkubationszeit - also die Spanne zwischen Infektion und Ausbruch der Krankheit - beträgt nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation zwischen 6 und 21 Tagen.
  • Eine schützende Impfung gibt es nicht.

dpa/zys

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