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Zahl der Abtreibungen sinkt weiter

Statistisches Bundesamt Zahl der Abtreibungen sinkt weiter

Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche sinkt weiter – in Niedersachsen sogar deutlich stärker als im Bundesdurchschnitt. Aber noch immer gibt es deutschlandweit jedes Jahr fast 100.000 Abtreibungen. Für ungewollte Schwangerschaften gibt es viele Gründe.

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Die Zahl der Abtreibungen ist erneut leicht gesunken.

Quelle: Peter Endig/dpa

Wiesbaden. In Deutschland entscheiden sich weniger Frauen für eine Abtreibung. Im vergangenen Jahr seien rund 99.200 Schwangerschaftsabbrüche gemeldet worden, 0,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, berichtete das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch. Damit setze sich ein jahrelanger Trend fort – seit 2004 gehe die Zahl kontinuierlich zurück, erläuterte ein Sprecher.

2,9 Prozent Rückgang in Niedersachsen

Den Höchststand hatte es 2001 mit rund 135.000 gemeldeten Abtreibungen gegeben. Die Statistik wird seit 1996 geführt. Knapp drei Viertel (73 Prozent) der Frauen, die 2015 eine Schwangerschaft beenden ließen, waren zwischen 18 und 34 Jahre alt, 16 Prozent zwischen 35 und 39 Jahre, rund 8 Prozent 40 Jahre und älter. Unter-18-Jährige hatten einen Anteil von 3 Prozent.

In Niedersachsen lässt sich dieser Trend deutlich erkennen. Im Jahr 2015 wurden insgesamt 6.703 Abtreibungen durchgeführt. Das sind 2,9 Prozent weniger als 2014. Damit fiel der Rückgang deutlich stärker aus als im Bundesdurchschnitt. Trauriger Höhepunkt der Statistik bleiben die Jahre um die Jahrtausendwende. 2004 stieg die Zahl der gemeldeten Schwangerschaftsabbrüche auf 9.880. 

"Aufklärung ist das A und O"

Die Gründe für ungewollte Schwangerschaften seien vielfältig, sagt Regine Wlassitschau vom Pro-Familia-Bundesverband. Sorglosigkeit spiele eher keine Rolle – "aber in manchen Situationen funktioniert der Verstand nicht". Häufig stelle sich heraus, dass eine Partnerschaft ein Kind doch nicht aushalte. Auch Unwissen über die Pille sei verbreitet – so könnten Medikamente wie Antibiotika die empfängnisverhütende Wirkung beeinflussen. "Aufklärung ist das A und O", sagte Wlassitschau, "die Nachwachsenden müssen immer neu aufgeklärt werden".

Wichtig sei auch der Zugang zu Verhütungsmitteln. Aber seit Hilfen zur Familienplanung als Teil der Sozialhilfe gestrichen worden seien, sei das für Menschen mit geringem Einkommen schwierig. "Arme haben keinen guten Zugang", kritisiert Wlassitschau. Die Spirale müsse meist selbst bezahlt werden, und die Pille werde nur jungen Frauen erstattet.

Fast zwei Drittel der Schwangerschaftsabbrüche (64 Prozent) wurden 2015 mit der Absaugmethode (Vakuumaspiration) durchgeführt, bei knapp einem Fünftel wurde das Mittel Mifegyne verwendet. Auch für diese medikamentöse Methode ist zuvor eine Beratung Pflicht. Eine Methode ist aus Sicht von Pro Familia nicht besser als die andere – "es muss aber die Wahl geben".

dpa/abr

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