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2,2 Millionen Euro für die Mückenforschung

Neues Projekt 2,2 Millionen Euro für die Mückenforschung

Zika, Dengue, Malaria - die Liste von Mücken übertragener Krankheiten ist lang. Noch kursieren viele Erreger vor allem in tropischen Regionen. Ein Forschungsprojekt soll nun klären, ob sich das ändern könnte.

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Die Doktorandin Jessica Börstler zeigt das Modell einer Stechmücke (Culicidae) in einem Laborraum im Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) in Hamburg.

Quelle: Christian Charisius/dpa

Hamburg. Angesichts der Ausbreitung von tropischen Viren, die durch Mücken übertragen werden, wollen Forscher das in Deutschland herrschende Risiko genauer bestimmen. Das neue Projekt "CuliFo" - kurz für Culicidae-, also Stechmücken-Forschung - am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg will die Bundesregierung mit Millionen-Zuschüssen unterstützen. Am Montag überreichte die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeslandwirtschaftsministerium, Maria Flachsbarth (CDU), die Förderbescheide in Höhe von 2,2 Millionen Euro. Bereits seit 2015 gibt es am Greifswalder Friedrich-Loeffler-Institut das Projekt "CuliMo", bei dem Stechmücken an 450 Stellen in ganz Deutschland eingefangen werden. Das neue Vorhaben ergänzt dieses Projekt.

Ziel ist ein "Risiko-Atlas" für Deutschland

Die Forscher wollen die Fähigkeiten der Insekten nun genau untersuchen und eine Risikokarte für Deutschland erstellen. "Das Ziel soll am Ende sein, dass wir besser gewappnet sind", sagte Tannich. An CuliFo beteiligt sind auch das Friedrich-Loeffler-Institut, die Gesellschaft zur Förderung der Stechmückenbekämpfung (Speyer), die Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung (Frankfurt), die Universität Oldenburg und das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung in Müncheberg (Brandenburg)."Es besteht Handlungsbedarf", sagte der Koordinator von CuliFo, Egbert Tannich.

Tropische Viren auf dem Vormarsch

Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) sei dabei, sich über den internationalen Warentransport aus Italien in Baden-Württemberg zu etablieren. In einer Kleingartenanlage nahe dem Freiburger Güterbahnhof seien im vergangenen Jahr mehr als 4000 Exemplare dieser Art gefangen worden. Diese Mücke kann unter anderem die Erreger für Dengue- und Chikungunya-Fieber übertragen. Die Japanische Buschmücke (Aedes japonicus), die das Virus für Japanische Enzephalitis verbreite, sei bereits 2008 eingeschleppt worden und komme in Deutschland bis nach Hannover, so Tannich. Von den 51 einheimischen Stechmückenarten sei bekannt, dass auch sie zum Beispiel das West-Nil- oder das Usutu-Virus übertragen könnten. Das für den Menschen harmlose Usutu-Virus kam mit den Zugvögeln nach Deutschland, die Übertragung des Erregers durch heimische Mücken führte 2011 zu einem großen Amselsterben in Baden-Württemberg.

Doktorandin auf Mückenjagd

Eine, die die Forschung auf diesem Gebiet unterstützt, ist Jessica Börstler. Die 28-Jährige ist Stechmückenforscherin am Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin. Sie macht sich dreimal jährlich zu Touren durch Deutschland auf, um die Wissenschaft mit den Insekten zu versorgen. Zusammen mit einer Kollegin hängt die Doktorandin an Tümpeln und anderen stehenden Gewässern Fallen in Bäumen auf, in die sie das Trockeneis legt. Es verdampft zu Kohlendioxid. Die Mücken in der Umgebung nehmen das CO2 wahr, vermuten einen Menschen oder ein anderes Wirtstier und sirren heran. Ob an der Müritz, auf den Nordseeinseln oder am Rhein: Beute gibt es genug. Im vergangenen Jahr brachten die Forscherinnen insgesamt 72.000 Stechmücken ins Institut.

dpa

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