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Wie Kühe klimafreundlicher werden

Weniger Methanausstoß Wie Kühe klimafreundlicher werden

Wenn Rinder verdauen, entsteht klimaschädliches Methan – das Treibhausgas gehört zu den unerwünschten Nebenwirkungen der Viehzucht. Ein Futterzusatz könnte den Methan-Ausstoß bei Wiederkäuern deutlich verringern.

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Methangasausstoß: Eine Kuh ist so klimaschädlich wie ein Kleinwagen.

Quelle: Felix Hörhager/dpa (Symbolbild)

Marburg.  Die Gabe eines bestimmten Moleküls senkt bei Wiederkäuern wie Rindern den Ausstoß von klimaschädlichem Methan. Nun haben Forscher den Mechanismus dahinter entschlüsselt: Das Molekül 3-Nitrooxypropanol (3-NOP) wirke direkt auf die Mikroorganismen ein, die im Verdauungstrakt der Tiere das Methan bilden, wie die Wissenschaftler in den "Proceedings" der US-nationalen Akademie der Wissenschaften (PNAS) berichten.

Gas durch Rülpsen freigesetzt

3-NOP, das dem Tierfutter zugesetzt werden kann, hemmt die Mikroorganismen und inaktiviert ein Enzym, das für die Methanbildung zuständig ist. "Das Methan wird bei Wiederkäuern zu mehr als 90 Prozent durch Rülpsen freigesetzt", sagte Rudolf Thauer vom Marburger Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie, der an der Studie beteiligt war. "Durch die Verbindung und ihre Wirkungsweise müssen die Tiere letztlich weniger rülpsen."

Weltweit versuchen Thauer zufolge viele Firmen und Forschungsprojekte den Methan-Ausstoß durch Wiederkäuer zu reduzieren. "Weil es ein Klimagas ist und weil dadurch eine gewisse Energiemenge des Futters verschwendet wird. Ein Teil der Kalorien verschwindet als Methan und steht der Kuh nicht mehr zur Verfügung." Man könne die Methanbildung der Mikroorganismen "nicht zu 100 Prozent, aber bis zu 50 Prozent abschalten, ohne dass das einen nachweislich negativen Einfluss auf die Tiere hat."

Methan schädlicher als Kohlendioxid

Nach Angaben von Tiermediziner Gerhard Breves gibt es bereits seit Jahrzehnten Versuche, die Methanbildung bei Wiederkäuern zu hemmen. "Das war aus verschiedenen Gründen bislang aber wenig erfolgreich", sagte der Leiter des Physiologisches Instituts an der Tierärztlichen Hochschule Hannover.

Das nun vorgestellte Ergebnis der Studie könne er nicht bewerten. "Wichtig ist aber immer bei der Zugabe solcher Substanzen, dass ein Weg gefunden wird, den Wasserstoff zu eliminieren, der sich im Vormagensystem von Wiederkäuern ansammelt." Die Methanbildung sei ein biochemischer Weg, der dazu diene, den Wasserstoff zu eliminieren. Sonst könnte sich dieser anreichern, mit negativer Rückkopplung auf die Mikroorganismen.

Methan ist pro Molekül gesehen wesentlich schädlicher für das Klima als Kohlendioxid. Die FAO, die Lebensmittel- und Ernährungsorganisation der Vereinten Nationen, geht davon aus, dass die Viehhaltung weltweit für 14,5 Prozent aller Treibhausgase verantwortlich ist – das ist ähnlich viel wie der Klimagas-Ausstoß von Fahrzeugen und Flugzeugen zusammen.

dpa

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