Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Streit um Anti-Baby-Pille wird Mammutprozess

Klage wegen "Yasminelle" Streit um Anti-Baby-Pille wird Mammutprozess

Für ihre Lungenembolie macht Felicitas Rohrer die Anti-Baby-Pille "Yasminelle" verantwortlich und steht jetzt mit dem Hersteller Bayer vor Gericht. Sie fordert 200.000 Euro Schadensersatz von dem Pharmaunternehmen. Das Gericht rechnet mit einem mehrjährigem Verfahren.

Voriger Artikel
Museum zeigt Originalskelett von T. rex
Nächster Artikel
Killer-Seesterne attackieren Great Barrier Reef

Felicitas Rohrer fordert vom Pharmaunternehmen Bayer 200.000 Euro Schadenersatz.

Quelle: dpa

Waldshut-Tiengen. Im Prozess um eine mögliche Gesundheitsgefahr durch die Anti-Baby-Pille "Yasminelle" rechnet das Gericht mit einem langwierigen Verfahren. Solche Prozesse könnten Jahre dauern, sagte der Vorsitzende Richter Johannes Daun zum Auftakt des Prozesses im baden-württembergischen Waldshut-Tiengen am Donnerstag. Sein Gericht betrete mit dem Verfahren Neuland. Notwendig werde voraussichtlich das Hinzuziehen von mindestens zwei Sachverständigen.

Einigung unwahrscheinlich

Eine außergerichtliche Einigung könne als unwahrscheinlich betrachtet werden. Beide Seiten beharrten in wesentlichen Fragen auf ihren Positionen. Verhandelt wird zivilrechtlich die Klage einer 31 Jahre alten Frau gegen den Chemie- und Arzneimittelkonzern Bayer mit Sitz in Leverkusen. Dieser vertreibt die Pille. Es ist nach Angaben des Gerichts die erste Klage in diesem Fall in Deutschland. Die Frau hatte bereits im Juni 2011 Klage eingereicht, seither läuft das Verfahren. Am Donnerstag kamen die Kontrahenten zur ersten mündlichen Verhandlung zusammen und trafen damit erstmals direkt aufeinander. Bislang hatten sie sich schriftlich ausgetauscht.

200.000 Euro Schadensersatz gefordert

Die Klägerin, Felicitas Rohrer aus Willstätt (Ortenaukreis), macht die Pille mit ihrem Wirkstoff Drospirenon für gesundheitliche Probleme verantwortlich. So habe sie ein mindestens doppelt so hohes Thrombose-Risiko als andere Präparate. Nach der Einnahme der Pille habe sie im Juni 2009 eine beidseitige Lungenembolie erlitten und sei daran fast gestorben. Sie fordert von Bayer rund 200.000 Euro Schadensersatz und Schmerzensgeld. Der Pharmakonzern halte die Klage für unbegründet, sagte ein Sprecher.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Löste "Yasminelle" Lungenembolie aus?
Foto: Felicitas Rohrer zieht gegen Bayer im Streit um Anti-Baby-Pille "Yasminelle" vor Gericht.

Felicitas Rohrer erlitt 2009 eine Lungenembolie, sie macht dafür die Anti-Baby-Pille "Yasminelle" verantwortlich und hat den Hersteller Bayer verklagt. Es ist das erste Mal, dass ein deutsches Gericht einen solchen Fall verhandelt.

mehr
Mehr aus Wissen
Augenblicke: Bilder aus Hannover und der Welt

Klicken Sie sich durch spektakuläre Fotos – ausgewählt von der HAZ-Redaktion.

  • Verbraucher
    Rund ums Geld

    Jeden Montag präsentieren wir Verbraucher- und Finanztipps und die Testsieger der Stiftung Warentest. mehr

  • Bauen & Wohnen

    Jeden Samstag neu: Tipps und Trends zu Haus und Garten, Bauen, Renovieren, Architektur und Wohnen. mehr

  • Auto & Verkehr

    Lesen Sie jeden Samstag Fahrberichte und Tipps für Autofahrer. Täglich aktuell: die Verkehrslage in und um Hannover. mehr