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22:38 22.07.2014
Elefanten in Kenia, die nachts zu einem Wasserloch pilgern. Quelle: Daniel Irungu
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Tokio

Afrikanische Elefanten haben ihren Genen nach zu schließen einen äußerst guten Geruchssinn. Einer Studie zufolge besitzen die Rüsseltiere mehr als doppelt so viele für die Geruchsrezeptoren verantwortliche Gene wie Hunde - und sogar fünf Mal mehr als Menschen. „Offensichtlich ist die Nase eines Elefanten nicht nur lang, sondern auch hoch entwickelt“, wird Yoshihito Niimura von der Universität Tokio in einer Mitteilung zur Studie zitiert.

Sein Forscherteam hatte die Gene für die Geruchswahrnehmung bei 13 Säugetieren untersucht. Neben Elefanten wurden unter anderem Ratten, Kühe, Pferde, Hunde, Mäuse und Primaten berücksichtigt. Mit fast 2000 Erbgutabschnitten liege der Afrikanische Elefant (Loxodonta africana) an der Spitze, heißt es in der Fachzeitschrift „Genome Research“. Dies deute darauf hin, dass die Tiere sehr differenziert und sensibel riechen können. Allerdings sei die Zahl der Gene allein noch kein sicherer Beweis für die tatsächlichen Riechfähigkeiten, schränken die Forscher ein.

Der Mensch rangiert auf der Skala der Riechfähigkeit in der Studie zusammen mit den Primaten ganz unten. Die Wissenschaftler vermuten, dass der Geruchssinn bei ihm infolge verbesserter Sehfähigkeiten an Bedeutung verloren hat.

Über die Sinne von Elefanten finden Forscher immer wieder Erstaunliches heraus. In den „Biology Letters“ berichteten Forscher im vergangenen Jahr, dass Asiatische Elefanten das Gebrüll verschiedener Raubkatzen zuverlässig voneinander unterscheiden können. Während sie sich bei aggressiven Tigerschreien still und leise aus dem Staub machen, reagieren sie auf Leopardengebrüll mit lautstarkem Trompeten und Grummeln. Tiger können kleine Elefanten reißen, Leoparden sind keine Bedrohung.

Eine andere, in „Science“ vorgestellte Studie ergab, dass Elefanten durch einen Luftstrom über die Stimmlippen - also ähnlich wie Menschen - Töne erzeugen. Mit extrem tiefen Lauten im Infraschallbereich, die für Menschen kaum oder nicht hörbar sind, können sie sich über Kilometer hinweg mit Artgenossen verständigen. Zuvor war auch vermutet worden, die Frequenzen könnten durch Muskelvibrationen erzeugt werden - ähnlich wie das Schnurren von Katzen.

dpa

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