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11:08 08.07.2015
Einer von zehn Rekord-Regen der vergangenen 30 Jahre ist "nur durch den Einfluss der langfristigen Klima-Erwärmung" zu erklären, sagen die Forscher aus Potsdam. Quelle: dpa
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Potsdam

Die Zahl der Extrem-Regenfälle hat in den vergangenen 30 Jahren weltweit deutlich zugenommen – und zwar um zwölf Prozent mehr, als es ohne Klimawandel der Fall gewesen wäre. Das geht aus einer Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (Pik) hervor, die am Mittwoch im Fachjournal "Climatic Change" veröffentlicht wurde.

"Einer von zehn Rekord-Regen in den vergangenen 30 Jahren ist nur durch den Einfluss der langfristigen Klima-Erwärmung zu erklären. Und im letzten untersuchten Jahr, 2010, ist es sogar einer von vier Rekord-Regenfällen", bilanziert Mitautor Dim Coumou. Das Team um Jascha Lehmann hatte die Messdaten von vielen tausenden Wetterstationen weltweit seit 1901 statistisch analysiert und dabei natürliche Schwankungen berücksichtigt.

Forscher: Trend ist umkehrbar

Coumou bezeichnete den Trend als "beunruhigend". Weil er jedoch mit der Erderwärmung übereinstimme, könne er auch "vom Menschen wieder gedreht werden" – nämlich durch die Reduzierung von Treibhausgasen aus fossilen Brennstoffen.

Die Forscher analysierten Regendaten von Wetterstationen weltweit aus den Jahren 1901 bis 2010. Bis 1980 ließen sich Schwankungen in der Häufigkeit von Starkregen mit natürlichen Faktoren begründen, erklärte das Forschungsinstitut. Für die Zeit danach machten die Wissenschaftler einen "klaren Aufwärtstrend" von zuvor nie dagewesenen Regenfällen aus.

21 Prozent mehr in Europa

So habe es etwa in Deutschland seit 1997 drei Jahrhundertfluten gegeben, Pakistan habe 2010 extreme Regenfälle erlebt. "In allen diesen Regionen hat die Regenmenge, die an einem Tag zu Boden stürzte, örtliche Rekorde gebrochen", erklärte Lehmann. Die Entwicklung passe zum Anstieg der globalen Temperatur, ausgelöst durch Treibhausgase aus fossilen Stoffen.

Die Zunahme von durchschnittlich zwölf Prozent verteilt sich auf die Kontinente sehr unterschiedlich, wie das Potsdamer Institut mitteilte. So gab es in südostasiatischen Ländern eine Zunahme von 56 Prozent, in Europa waren es 31 Prozent. In Gegenden wie dem Mittelmeerraum und dem Westen der USA, die von Trockenheit bedroht sind, nahmen die Regenfälle hingegen ab.

dpa/afp

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