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Deutschlands Ganztag ist ein "Flickenteppich"

Studie der Bertelsmann-Stiftung Deutschlands Ganztag ist ein "Flickenteppich"

Mehr als eine Million Kinder besuchen in Deutschland bereits bindende Ganztagsschulen. Doch wie unterscheiden sich die Lernbedingungen von anderen Schulformen? Das hat die Bertelsmann-Stiftung jetzt in einer Studie untersucht.

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Studie: Lernen an Ganztagsschulen hängt extrem vom Bundesland ab.

Quelle: Julian Stratenschulte/dpa

Gütersloh. An deutschen Ganztagsschulen gibt es von Bundesland zu Bundesland riesige Unterschiede bei den Lernzeiten und der Ausstattung mit Lehrern oder Erziehern. So liegt die Bandbreite dessen, was die Länder jährlich für zusätzliches Ganztags-Personal ausgeben, zwischen schmalen 1300 Euro pro Schulklasse einer gymnasialen Ganztagsschule (Sekundarstufe I) in Sachsen - und üppig bemessenen knapp 37.000 Euro in Rheinland-Pfalz.

Dies ist eines der Ergebnisse einer am Donnerstag vorgestellten Studie der Bertelsmann-Stiftung zum bundesweit wachsenden Ganztagsschulangebot in Deutschland. Die Analyse will erstmals die Lernbedingungen für die 1,27 Millionen Schüler in bindenden Ganztagsschulen vergleichbar machen - und die klaffen je nach Bundesland oder Schulform weit auseinander.

Bundesweit riesige Unterschiede

Von einem "Flickenteppich Ganztag" sprechen daher die Autoren der Studie. "Wir haben bundesweit einen Dschungel an unterschiedlichen Bestimmungen zur Verteilung von Ressourcen im Ganztag. Die riesigen Unterschiede legen offen, wie sehr es an gemeinsamen Standards für den Ganztag mangelt", fasste Dirk Zorn, Bildungsexperte der Bertelsmann-Stiftung, die Erkenntnisse des Reports zusammen. Für gleichwertige Lernchancen müssten die zuständigen Kultusminister der Länder dringend Mindeststandards vereinbaren. So ist die zusätzliche Zeit, die Ganztagsschülern im Vergleich zu anderen zur Verfügung steht, abhängig von weit auseinander gehenden Vorgaben in den Ländern. Grundschüler in hessischen Ganztagsschulen verbringen 22 zusätzliche Stunden pro Woche an der Schule. In Thüringen, Sachsen und Nordrhein-Westfalen sind nur acht vorgesehen.

An weiterführenden Schulen sinkt im Durchschnitt die Zusatz-Lernzeit, die riesige Spannbreite je nach Land bleibt: Kommen Ganztagsschüler aus Hessen oder Hamburg auf überdurchschnittliche Werte zwischen 13 und 16,4 Extra-Stunden, so sind für Schüler aus Nordrhein-Westfalen und den ostdeutschen Flächenländern mit Ausnahme Brandenburgs in den höheren Klassen nur rund vier Mehrstunden vorgesehen.

Lernzeiten und Personalausstattung nicht abgestimmt

Der Bertelsmann-Report moniert auch, dass Lernzeiten und Personalausstattung in vielen Ländern nicht aufeinander abgestimmt seien. So stellten die Länder Hessen und Bremen gerade mal so viel Zusatz-Personal zur Verfügung, dass 22 Prozent der Nachmittags-Extrazeit mit Fachkräften bestückt sind. Nimmt man die Grundschulen aus, stehen auch Sachsen und Thüringen mit ähnlichen Werten schlecht da. Die entstehende Lücke muss den Autoren zufolge mit kommunalen oder privaten Mitteln gefüllt werden - Lehrer besetzten diese Stellen nicht.

Für die Analyse haben sich die Bildungsforscher ausschließlich auf die Form der sogenannten gebundenen Ganztagsschule konzentriert - also Schulen, an denen die Teilnahme am längeren gemeinsamen Lernen für alle Pflicht ist und nicht offenes Angebot.

dpa

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